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USA gibt "Kosovafrage" höchste Priorität

Erstellt von Feuerengel, 22.05.2005, 16:19 Uhr · 13 Antworten · 660 Aufrufe

  1. #1
    Feuerengel

    USA gibt "Kosovafrage" höchste Priorität

    USA gibt „Kosovofrage“ höchste Priorität
    Nach einem Bericht in der SZ vom 20.05.05 sagte der amerikanische Präsident Georg Bush: „In meiner zweiten Amtszeit hat für mich die Lösung der Kosovofrage und die Befriedung des Balkans einen hohen Stellenwert“. Bereits am vergangenen Mittwoch tauchten in der albanischen Presse Berichte über eine neue US-Initiative auf. Ab Herbst 2005 soll mit Vertretern aus Serbien und Kosova über den endgültigen Status von Kosova verhandelt werden.

    Nach dem Willen der US- Regierung muß die Statusfrage entlang der Formel, „Standards und Status“ behandelt werden. Der hohe US-Regierungsvertreter Nikolaus Burns erklärte gegenüber der Presse: „Der bis jetzt gültige Status Quo hat keinerlei Perspektive, wir wollen die Führung bei der Lösung der Probleme übernehmen.“ Eine baldige Unabhängigkeit Kosovas schloß Burns nicht aus. Obwohl er betonte: „Alles was wir tun, geschieht in Übereinstimmung mit unseren europäischen Partnern, für uns hat keiner der vorgelegten Vorschläge Priorität.“

    Das ist eine billige diplomatische Floskel, die den Gegensatz zu der Achse Paris, Berlin und Moskau ausblenden soll. Allerdings lehnte Burns entschieden den Vorschlag Serbiens ab, welcher beinhaltet, Kosova „ mehr als Autonomie, aber weniger als Unabhängigkeit zu geben“.


    Eine Ohrfeige für die EU
    Bis jetzt galt für Kosova die Formel: „Standards vor Status“. Der deutsche Protektoratsleiter Michael Steiner prägte vor Jahren diesen Begriff. Mit der Kombination „Status und Standard“ setzt die US-Regierung neue Akzente. Nach dem Willen der USA soll die „Kosova-Frage im Jahr 2006 gelöst werden“. Burns machte in seiner Erklärung in der „Washington Post“ auch klar, dass „die Menschen in Kosovo mit dem jetzigen Status unzufrieden sind und die Unabhängigkeit wünschen.“

    Solche Aussagen gibt es seitens der EU nicht. Noch im April dieses Jahres empfing Bundeskanzler Schröder den Beauftragten der Balkankontaktgruppe, den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Amato. Die Balkankontaktgruppe bestehend aus den USA, England, Frankreich, Deutschland, Italien und Rußland empfahl für Kosova folgende Lösung: 1. Aus dem UNMIK-Protektorat soll ein EU-Protektorat werden. 2. Nach einer bestimmten Phase soll Kosova „beschränkte Unabhängigkeit“ erhalten. 3. Dem soll die „gelenkte Unabhängigkeit“ folgen. 4. Im Jahr 2014 soll das Gebiet zusammen mit Serbien in die EU gelangen. 5. Der Fahrplan sollte nur gelten, wenn er die Zustimmung Serbiens erhält.

    Besonders die deutsche Diplomatie begann groß den Plan abzufeiern und ihre Führungsrolle zu betonen. Am 20. April dieses Jahres erklärte der hohe Beamte im bundesdeutschen Außenministerium Graf Lambsdorff an der Münchner Universität: „Das ist unser Plan, wir müssen allerdings die USA berücksichtigen, klar ist, ohne die USA geht nichts, aber wir Europäer müssen die Arbeit machen.“

    Der jetzige Überaschungschlag der USA zeigt, dass sie wieder voll das Heft in die Hand nehmen will. In Kosova punktet die USA und die EU verliert an Ansehen. Offen liebäugelt die USA mit einer schnellen Unabhängigkeit Kosovas, obwohl sie gleichzeitig Kosova in der EU und NATO haben will. Es geht den USA darum, innerhalb Europas amerikanische Agenturen zu installieren. Im Rahmen der zwischenimperialen Konkurrenz ist die USA an Problemen innerhalb der EU interessiert. Denn die EU ist ein Konkurrenzprodukt zu den USA. Dieses antiamerikanische Konglomerat EU wollen Berlin und Paris stabilisieren und ihrer Dominanz unterstellen.

    Nachdem es aber auch in Europa genügend Kandidaten gibt, die das Machtzentrum Paris-Berlin mit der russischen Rohstoffbasis fürchten, nützt die USA dies zur Intervention. Zurecht befürchten die Regierungen im Baltikum und in Polen, unter der engen Männerfreundschaft Putin Schröder zu leiden. Georg Bush hielt Anfang Mai in den baltischen Staaten Brandreden gegen das „undemokratische Rußland“. Die georgische Führung wurde kurz danach von Bush belobigt. Polen unterstützt mit Waffen und Truppen die US-Intervention im Irak. All dies im Gegensatz zu den Regierungen in Paris und Berlin. Selbst der Staat Albanien hat eine Brigade im Irak.

    Im Rahmen der zwischenimperialen Widersprüche ist die neue Haltung der US-Administration zu verstehen. Es gibt nicht nur einen offenen Handelskrieg zwischen der EU und den USA (z.B. die US-Geldpolitik für einen niedrigen Dollar, um speziell die deutsche Exportoffensive anzugreifen), sondern auch dessen Fortsetzung in der Geopolitik. Die USA möchten am Balkan der EU Schwierigkeiten bereiten und von daher sind sie gegenwärtig am „albanerfreundlichsten“. Keinesfalls geht es den USA um Demokratie und das nationale Selbstbestimmungsrecht. Sie kokettieren auf dem Balkan mit diesen Begrifflichkeiten um der Konkurrenz eins auszuwischen. Sie wollen auch in dieser Region ihre Hegemonie behalten. Im Gegensatz zu dem Konkurrenten, bestehend aus dem deutsch-französisch-russischen Block. Von dieser Rivalität und Konkurrenz hoffen die kosovarischen Kräfte zu profitieren.


    Wie weiter?
    Der Balkan und sein momentanes Epizentrum Kosova sind im Visier großer Mächte und kleiner reaktionärer Räuberstaaten wie Serbien. Dies ist in der Geschichte nichts neues. Diesmal könnte allerdings Kosova von den Gegensätzen profitieren. Die USA spielt die Schutzmacht für Kosova, wie einst der russische Zarismus für Bulgarien. Allerdings wäre es das Dümmste, sich auf die USA zu verlassen. Die USA betreibt Interessenspolitik und Interessen sind wandelbar. An einer wirklichen Prosperität Kosovas sind auch die USA nicht interessiert. Zudem wollen sie genau wie die EU das Recht Kosovas, sich mit Albanien zu vereinigen, negieren. Selbst eine Union Kosovas mit Albanien wird bis dato von den USA abgelehnt. Dennoch könnte eine kluge albanische Führung in Kosova momentan viel gewinnen, wenn sie auf die eigene Kraft setzt und die zwischenimperialen Gegensätze geschickt ausnützen würde.



    /kosovapress.com/

  2. #2

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    1.190
    Lustig was euch die "Kosovapress" so vorluegt....

  3. #3
    Feuerengel
    Zitat Zitat von Partibrejker
    Lustig was euch die "Kosovapress" so vorluegt....
    Ha ha...nur das diese "Lügen" der Wahrheit entspringen.
    Und dieser Text von einem deutschen Juden aufgeschr. wurde.
    Sein Name ist Max Brym oder so änlich.

    Brauchst nicht sofort zu provozieren nur weil Ihr schlechter dran seit als Wir!

  4. #4

    Registriert seit
    14.07.2004
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    1.190
    Zitat Zitat von Gjergj
    Ha ha...nur das diese "Lügen" der Wahrheit entspringen.
    Und dieser Text von einem deutschen Juden aufgeschr. wurde.
    Sein Name ist Max Brym oder so änlich.

    Brauchst nicht sofort zu provozieren nur weil Ihr schlechter dran seit als Wir!
    Du seltendaemliches, albanofaschistisches Arschloch....

    Was interessieren mich solche Idioten wie Max Brym...Max Brym ist in meinen Augen genau das gleich Arsch, wie du und die welche dich auf diese Welt geschissen haben....

    In diesem Sinn....

    Shalom....!!!!

    Die juedisch-serbische Antwort auf Max Brym....

    PARTIBREJKER

  5. #5
    nice one !

  6. #6
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von Partibrejker
    Zitat Zitat von Gjergj
    Ha ha...nur das diese "Lügen" der Wahrheit entspringen.
    Und dieser Text von einem deutschen Juden aufgeschr. wurde.
    Sein Name ist Max Brym oder so änlich.

    Brauchst nicht sofort zu provozieren nur weil Ihr schlechter dran seit als Wir!
    Du seltendaemliches, albanofaschistisches Arschloch....

    Was interessieren mich solche Idioten wie Max Brym...Max Brym ist in meinen Augen genau das gleich Arsch, wie du und die welche dich auf diese Welt geschissen haben....

    In diesem Sinn....

    Shalom....!!!!

    Die juedisch-serbische Antwort auf Max Brym....

    PARTIBREJKER
    Das PF hat Partibrejker verloren,uns bleibt er zum Glück noch erhalten.

  7. #7
    Avatar von lupo-de-mare

    Registriert seit
    14.07.2004
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    11.988
    Zitat Zitat von Partibrejker
    Lustig was euch die "Kosovapress" so vorluegt....
    Hier ist der Original Artikel aus der SZ, weil ich ein Abo dort habe.

    Der Thread ist vollkommen ok, so wie ich das sehe und Gjergji hat hier einen guten Artikel gebracht. Die Interpretation ist halt mal bei Kosovaren anders, wie bei anderen Leuten.

    Original Artikel.

    Bisheriger Status laut US-Regierung ¸¸nicht mehr haltbar"
    Bush will im Kosovo stärker mitreden
    Im Herbst sollen Verhandlungen über die Zukunft des UN-Protektorats beginnen

    Von Bernhard Küppers

    Belgrad - Die USA wollen sich wieder stärker in die internationale Balkan-Politik einschalten. Sie streben eine Regelung des künftigen Status des Kosovo vor Ende des Jahres 2006 an. Der Staatssekretär für politische Angelegenheiten im US-Außenministerium, Nicholas Burns, erwartet, dass Verhandlungen über die Zukunft des UN-Protektorats im Herbst beginnen können. Dieser Status ist nach Überzeugung der US-Regierung nicht länger haltbar. Jedoch wollen die USA vorläufig für keine der Alternativen Partei ergreifen, die in der Kosovo-Kontaktgruppe verhandelt werden. Das sagte Burns bei einer Anhörung zu dem Thema im US-Kongress.

    Die Regelung der Statusfrage für den Kosovo hat US-Präsidenten George W. Bush als eine außenpolitische Priorität für seine zweite Amtszeit genannt. Der bisherige Status quo, sechs Jahre nach dem Eingreifen der Nato in den Kosovo-Konflikt, berge die Gefahr ¸¸neuer ethnischer Gewalt" zwischen der albanischen Mehrheit und den verblieben Serben. ¸¸2005 ist ein Jahr der Entscheidung für der Kosovo", sagte Burns.

    Die Kontaktgruppe besteht aus den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Russland sowie der EU. Sie würde es laut Burns begrüßen, wenn UN-Generalsekretär Kofi Annan den norwegischen Nato-Botschafter Kai Eide mit der Einschätzung beauftragen würde, wie weit der Kosovo mit demokratischen und rechtlichen Standards gelangt sei. Eide hatte bereits nach den Pogromen von Kosovo-Albanern gegen Serben im März vorigen Jahres einen Bericht geliefert. Wenn die Einschätzung nun ¸¸hinreichend positiv" ausfalle, was zu hoffen sei, sollte mit den Verhandlungen begonnen werden, sagte Burns. ¸¸Wir meinen, dass eine gestandene politische Persönlichkeit aus Europa, ernannt von den UN in Abstimmung mit der Kontaktgruppe, den Prozess leiten sollte." Die USA würden dann einen ihrer höherrangigen Diplomaten als Stellvertreter vorschlagen. Staatssekretär Burns erwartet schwierige Verhandlungen, da die Kosovo-Albaner ¸¸sofortige und unbedingte Unabhängigkeit" verlangten, Belgrad seine Position aber mit der Formel ¸¸mehr als Autonomie, aber weniger als Unabhängigkeit" umschreibe. Washington hoffe, so Burns, dass vor Ende nächsten Jahres eine Verständigung über den ¸¸endgültigen Status" des Kosovo in eine UN-Resolution münden könne. Sie würde an die Stelle der Resolution von 1999 treten. Danach sollte aber eine internationale zivile und militärische Präsenz fortbestehen, vor allem, um die Lage der Minderheiten zu überwachen.

    Entscheidendes Kriterium ist laut Burns ¸¸das Engagement der Kosovo-Albaner für einen multiethnischen Kosovo, der die Serben einschließt". Von Belgrad erwartet Washington einen ¸¸konstruktiven Einsatz". Dieser könne nicht derselbe wie ¸¸vor 1999" sein. Als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft Serbiens und Montenegros in EU und Nato nannte Burns auch, dass Belgrad den ehemaligen Armeechef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, aufspüre und an das UN-Tribunal ausliefere. (Seite 4)

    Quelle: Süddeutsche Zeitung
    Nr.114, Freitag, den 20. Mai 2005 , Seite 7

  8. #8

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  9. #9
    Avatar von DaN2K

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    172
    Der Bericht ist sehr gut.Aus dem Bericht kann man gut herauslesen das die USA eigentlich die Unabhängigkeit meinen.Gut das wir Bush auch auf unserer Seite haben , wusste doch immer das die USA sich einschalten werden.Die Unabhängigkeit ist wohl nicht mehr zu stoppen.

  10. #10
    Avatar von Schiptar

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    14.116
    Apropos Kosovo, können mir die Albaner unter Euch mal erklären, was die Kosovo-Albaner gegen die dortigen Roma haben?

    Amnesty International erklärt das ja so (s.u. Bericht über die Lage ethnischer Minderheiten im Kosovo), aber seht Ihr das auch so?

    "The Roma were particularly targeted for attacks on life and property in 1999 – including killings and repeated cases of abduction – allegedly carried out by members of the KLA [= UCK], who claimed that the Roma had participated in the mass violations of human rights against Albanians committed by Serb forces. Although Amnesty International has received reports that some Roma did take part in looting, and – often under duress – in the transport and burial of Albanian bodies killed by the Serb forces, Roma also appear to have been targeted because they had often worked in Serb-owned industries or as agricultural labourers for Serb employers."

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