Der Englische Geheimdienst Mi6, hat nicht nur Terroristen im Balkan ausgebildet, sondern war aktiv auch im Frauen- und dem Drogen Handel verstrickt.

Neu sind nun diese Fakten, das der Mi6 auch noch auf dem Balkan aktiv foltert.


28.12.2005

Kommentar


James-Bond-Trupp des Tages

MI 6

Die Agenten ihrer Majestät fackeln nie lange. Seit dem Komplott, das Maria Stuart 1587 auf einem Hackklotz den Kopf verlieren ließ, stehen sie im Verdacht, diese und jene Verschwörung inklusive anfallenden Leichen immer wieder selbst gefingert zu haben – angemessene literarische (Christopher Marlowe, Graham Greene) und filmische Begleitung (James Bond) eingeschlossen. Die führende Rolle, die der heute als Secret Intelligence Service firmierende Geheimdienst weltweit beim Regierungswechsel in fremden Ländern bis ins 20. Jahrhundert hinein hatte, mußte er längst an die US-Kollegen abgeben. Aber beim Sturz des Ministerpräsidenten Mossadegh 1953 im Iran durfte er z. B. ebenso dabei sein wie bei der Märchenerzählung im britischen Parlament, Saddam Hussein könne innerhalb von 45 Minuten alle Sorten von Massenvernichtungswaffen scharf machen.

Die Mißhandlungen von Verhafteten durch MI6-Agenten, die nun aus Griechenland bekannt wurden, zählen zu dem Üblichen, was Repräsentanten der westlichen Wertegemeinschaft bei der Verteidigung ihrer Werte so drauf haben. Das Unfeine sind nicht ihre Prügelorgien, sondern deren Ruchbarwerden. Zu den westlichen Werten gehört, daß man sich zu Whisky geschüttelt, und nicht gerührt oder umgekehrt bekennt, aber nicht ausmalt, wie ein real existierender verschwitzter MI6-Resident in Athen einem Verdächtigen einen Pistolenlauf in den Mund schiebt, um ihn zu einem Geständnis zu veranlassen. Schläge auf den Kopf zählen eher zu dem, was jedem auf einer demokratisch legitimierten Polizeiwache passieren kann.

Die griechische Zeitung Proto Thema, die am Wochenende die Namen der Folterhelden veröffentlichte, hat sich jedenfalls außerhalb des Konsens der Demokraten gestellt. Der schließt nämlich, wie wir gerade erfahren haben, die Verwendung von Informationen ein, auch wenn sie unter Folter erlangt wurden. Im übrigen sind Foltervorwürfe gegen demokratische westliche Geheimdienste stets »kompletter Unsinn«, wie Britanniens Außenminister Jack Straw zu diesem Fall bemerkte. In keiner Akte steht was von Folter. Dabei bleibt’s.

(asc)

http://www.jungewelt.de/2005/12-28/003.php