siehe unteren Beitrag des ZDF "Dass sich der Staat in der Vergangenheit mit diesen Mafia-Kreisen zusammengeschlossen hatte"

Und deshalt sind Wahlen dort unten Unfug, denn es wird wie schon Buhoshi iim Spiegel Interview klar machte, nur noch Verbrecher in die neue Kosovo "Regierung". Das ist halt wie in Albanien

Parlamentswahlen entscheiden über die Zukunft des Kosovo

Laut Meinungsumfragen werden die Wahlen keine Überraschungen bringen


http://www.heute.t-online.de/ZDFheut...205486,00.html



Wirtschaftsmisere und Nationalismus stürzen Kosovo in neue Krise

Rekordarbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und ökonomisches Dahinsiechen

Die schweren Auseinandersetzungen zwischen Albanern und Serben haben das von Belgrad abtrünnige Kosovo einmal mehr ins Chaos gestürzt. Dabei sind die Antriebskräfte der immer neuen Gewalt die gleichen geblieben. Wirtschaftsmisere und Nationalismus auf beiden Seiten lassen die südserbische Provinz nicht zur Ruhe kommen und verhindern jede Zukunftsperspektive dieser Region.


18.03.2004 [Archiv]



Die Wirtschaft in Serbien und im Kosovo liegt ohne Unterschied am Boden. Ausländische Investoren werden durch die instabile Sicherheitslage abgeschreckt. Politiker und Behörden der Serben und Albaner haben sich nicht zu tief greifenden Reformen durchringen können. Die Folgen sind eine Rekordarbeitslosigkeit, eine hohe Staatsverschuldung und viele Betriebe, die ökonomisch weder leben noch sterben können.





Kosovo
Das Kosovo im Süden des früheren Jugoslawiens ist mit 10.600 Quadratkilometern halb so groß wie Hessen. Seit Jahren bestimmt der Konflikt zwischen der albanischen Mehrheit und den Serben die Lage. Etwa 1,9 Millionen Menschen leben in der Region. Fast 90 Prozent sind muslimische Albaner, der Rest zumeist christliche Serben.

Über den künftigen Status des Kosovo ist noch nicht entschieden. De facto ist die Provinz seit der Einsetzung der UNO-Verwaltung UNMIK und der KFOR 1999 ein Protektorat der Vereinten Nationen. Völkerrechtlich gehört sie zu Serbien und Montenegro. Die albanische Führung unter Präsident Ibrahim Rugova dringt auf Unabhängigkeit.




"Verlorene Generation"
Vor allem für die vielen jungen Menschen ist die Lage trostlos. Die Zeitungen schreiben regelmäßig über die "verlorene Generation" der 30- oder der 40-Jährigen. Die vielen Studenten müssen selbst nach einer guten Ausbildung ihr Auskommen als Kellner, Taxifahrer oder Tankwart finden.

Seit vielen Jahren versuchen daher die meisten jungen Intellektuellen, möglichst schnell ihre Heimat zu verlassen. Viele junge Erwachsene sind wegen der Visumspflicht überhaupt noch nie in ihrem Leben im Ausland gewesen. Sie können die Lage in Serbien oder im Kosovo daher nicht mit eigenen Erfahrungen in westlichen Staaten vergleichen. Sie glauben der nationalistischen Propaganda leicht.







Kriminalität blüht
Vor diesem Hintergrund fallen die Hetz-Parolen auf fruchtbaren Boden. Regelmäßig führen die Medien und Politiker die jeweils andere Seite als Schuldige für die Misere des eigenen Volkes ins Feld. Folgerichtig werden auch die jüngsten Gewaltorgien von jungen Leuten getragen. In Kosovska Mitrovica bildeten sie die "Speerspitze" der albanischen Menge. In Belgrad randalierten am Donnerstag Tausende Mittelschüler, die Morddrohungen ausstießen und wahllos Botschaften mit Steinen bewarfen.

Da der Lebensunterhalt nicht mit "normaler" Arbeit zu verdienen ist, blüht die Kriminalität. Prostitution, Waffen- und vor allem Rauschgifthandel sowie Schmuggel jeder Art ernährt eine nicht kleine Bevölkerungsschicht. Dass sich der Staat in der Vergangenheit mit diesen Mafia-Kreisen zusammengeschlossen hatte, hat die Kriminalisierung der Gesellschaft noch gefördert.



KFOR
Im Kosovo sind bereits rund 17.500 Soldaten der NATO-geführten Stabilisierungstruppe für den Kosovo (KFOR) sowie rund 9000 örtliche und UNO-Polizisten im Einsatz. Deutschland ist mit insgesamt rund 3300 KFOR-Soldaten in der Multinationalen Brigade Südwest und im KFOR-Hauptquartier in Pristina beteiligt. Die Kosovo Force (KFOR) hat seit dem 10. Juni 1999 den Auftrag, den im Kosovo tätigen internationalen Organisationen ein sicheres Umfeld für ihre Arbeit zu gewährleisten. Derzeit sind etwa. Den Oberbefehl über die multinationale Kosovo-Friedenstruppe hat seit Oktober 2003 der deutsche Generalleutnant Holger Kammerhoff.




So einig sich ausländische und einheimische Analytiker über die Ursachen dieser Hoffnungslosigkeit sind, so wenig gibt es Lösungsansätze, die von Serben und Albanern auch nur entfernt akzeptiert werden könnten. Auch der UN-Verwaltung im Kosovo ist es in den letzten fünf Jahren nicht gelungen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Im Gegenteil. Die UNO-Verwalter sehen sich inzwischen von Serben und Albaner angefeindet.

von Thomas Brey, dpa


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