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Viel Spaß beim Lesen....

Erstellt von Tihomir, 17.12.2008, 18:21 Uhr · 89 Antworten · 4.801 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Tihomir

    Registriert seit
    12.01.2007
    Beiträge
    542

    Viel Spaß beim Lesen....

    ..an unsere Politikexperten Heimatliebenden.




    Serbien und Kroatien - zwei Länder so unterschiedlich, dass sie angeblich auf keinen Fall ein Staatsdach teilen können - haben sich seit ihrer Trennung verblüffend ähnlich entwickelt. Franjo Tudjman in Zagreb herrschte auch ohne orthodoxe Konfession nach byzantinischer Art und schusterte seinen persönlichen Freunden ebenso viele öffentliche Betriebe zu wie der Kollege Staats- und Parteichef in Belgrad. In Bosnien kämpften die verfeindeten Zwillingsbrüder eine Zeitlang sogar Schulter an Schulter, nachdem die Presse beider Länder über den gemeinsamen Feind - die Muslime - wortidentische Propaganda ausgegossen hatte. Die Ermittler des Haager Kriegsverbrechertribunals hörten aus Zagreb und Belgrad exakt die gleichen Verteidigungsreden, alle mit dem Tenor: "Wir nicht - aber die auch!" Im selben Jahr wurden Serbien und Kroatien ihre Kriegsregimes schließlich los, heute stehen sie vor den gleichen Problemen.

    Erst neuerdings gibt es zwischen beiden Ländern einen wichtigen Unterschied: Kroatien reagiert angemessen verstört auf die beginnenden Kriegsverbrecherprozesse - Serbien reagiert so gut wie gar nicht. Die Anklagebehörde im fernen Holland ist daran nicht unschuldig.

    In diesen Tagen hat vor einem Zagreber Gericht der erste Prozess gegen einen kroatischen Offizier begonnen - das Land macht eine Katharsis durch, ganz wie die Erfinder des Haager Tribunals sich das gedacht haben. Ende 1999 waren noch 80 Prozent der Kroaten der Meinung, Kriegsverbrechen der eigenen Seite hätten nicht nur nicht stattgefunden, sie seien vielmehr definitorisch ausgeschlossen. Schließlich hätten die eigenen Leute ja für die gute Sache gekämpft. Ein historisches Missverständnis: Erst im Krieg oder kurz zuvor hatte eine ganze Generation ihre kroatische Identität entdeckt - eine gute Gelegenheit, die Leerstelle mit aktuellen Inhalten zu füllen. Kroatisch wurde zum Synonym für pro-westlich, antikommunistisch, demokratisch. Alles, was im eigenen Land dem Ideal widersprach, war eben serbisch. Wären die Serben erst weg, wäre der paradiesische Endzustand erreicht, hieß es

    Doch seit zwei Jahren lassen sich die Kroaten von Enthüllungen der Haager Ermittler über die Verbrechen der eigenen Seite nachhaltig irritieren. Zuerst hatte man sich nur gegen "die Herzegowiner" gewandt - Kroaten aus der Nachbarschaft, die den Präsidenten und das ganze Land in den Krieg in Bosnien hineingezogen hatten. In Zagreb tauchten Graffiti auf: "Wer die Herzegowiner kennt, wird die Serben lieben!" Der neue Präsident Stipe Mesic wurde denn auch als konsequenter Gegner des bosnischen Abenteuers und hingebungsvoller Herzegowiner-Hasser gewählt.

    Aber es blieb nicht bei der Konstruktion eines neuen Feindvolkes. Tief verschreckt reagierte die Öffentlichkeit, als sie erfahren musste, dass auch die eigenen Leute im ersten Krieg um die Unabhängigkeit 1991 schwere Verbrechen gegen serbische Zivilisten begangen hatten. Mitten im paradiesischen Kroatenland - in Gospic - hatten Spezialpolizisten seinerzeit unschuldige Serben aus ihren Wohnungen geholt, in den Wald gefahren und erschossen. Eine kleine Einheit des Innenministeriums entführte eine serbische Familie aus Zagreb ins Ausflugsgebiet auf dem Slijeme und brachte Vater, Mutter und Tochter in einer Höhle um. Man konnte sich von diesen Dingen nicht so einfach distanzieren: Was man als "serbokommunistische Propaganda" abgetan hatte, war offenbar wirklich passiert.

    Heute wird in Kroatien wütend über die Vergangenheit gestritten. Auf der einen Seite stehen militante, oft rechtsradikale Veteranenverbände, die Komitees zur Verteidigung der Würde des Vaterländischen Krieges gegründet haben, auf der anderen Seite junge, liberale Bürger, die kahl geschorene Disco-Schläger mit dem Nimbus des Volkshelden schon wegen der eigenen Zukunft gern so rasch wie möglich hinter Gittern sähen. Beide Lager befehden einander, jedes Auslieferungsbegehren aus Den Haag führt zu einer neuen Staatskrise. Eine gemeinsame Formel für die Geschichte der neunziger Jahre existiert nicht mehr. Die junge Nation muss ihr Selbstverständnis erst neu finden.

    Serbien hat da keine tiefer gehenden Probleme. Slobodan Milosevic war jahrelang wie ein nationaler Messias gefeiert worden, aber als er vergangenen Sommer ausgeliefert wurde, demonstrierten nur ein paar Hundert alte Leute. Wenn jetzt der Prozess beginnt, sollen gleichzeitig andere Vertreter des alten Regimes nach Den Haag geflogen werden, doch die Resonanz ist noch geringer als im Sommer. "Die Kooperation mit dem Haager Tribunal ist der Preis, den wir zahlen müssen, um EU-Kandidat zu werden", sagt Regierungschef Zoran Djindjic und spricht damit die Formel aus, auf die sich alle einigen können: Wiederaufbau und Westorientierung sind das neue nationale Projekt, dem wiederum alle folgen. Für die Vergangenheit interessiert sich nur ein Häuflein Belgrader Menschenrechtler. Das neue Serbien dürfe sich "nicht zur Geisel" einzelner, womöglich unschuldiger Volksgenossen machen lassen, pflegt Djindjic zu sagen. Eine streng nationale Argumentation: Wer freiwillig nach Den Haag geht, bringt sich dem serbischen Volk als Opfer dar, wer sich weigert, ist ein Feigling und Egoist.

    Kroatien fühlte sich nach dem Krieg als Sieger, Serbien als Verlierer: So wird die unterschiedliche Haltung in beiden Ländern gern erklärt. Man meint, den Fall zu kennen. Die kollektive Verdrängung und die Flucht in die Ökonomie, moserndes Desinteresse für die "Siegerjustiz", die Gleichgültigkeit gegen die Opfer und die Identifikation mit dem Gegner lassen an Deutschland nach 1945 denken.

    Aber der Gedanke führt wie die meisten Parallelen zwischen dem Zweiten Weltkrieg und den Kriegen der neunziger Jahre in die Irre. Den Haag ist nicht Nürnberg - als sichtbares Zeichen für den Unterschied stehen vor dem UN-Tribunal bisher Täter aus drei Kriegsparteien; auch die vierte, die albanische, wird kaum ungeschoren bleiben. Die Frage der Kriegsschuld ist im "Fall Jugoslawien" lange nicht so eindeutig wie im "Fall Deutschland". Deshalb ist es nur zum kleineren Teil die natürliche Reaktion des Verlierers, wenn die Serben sich für die juristische Verfolgung ihrer jüngsten Geschichte nicht interessieren. Wichtiger ist die Art, wie die Weltöffentlichkeit, besonders die Haager Anklagebehörde, serbische Verbrechen behandelt.

    In Kroatien verhält sich die internationale Anklage gegenüber der Kriegsschuldfrage streng neutral. Sie weist nur unerbittlich darauf hin, dass die Ermordung unschuldiger Zivilisten im Interesse gleich welcher Sache nicht statthaft sei. Die zurückgenommene Haltung tut große Wirkung. Über die vielen Einzelfälle drang eine Tag um Tag dazu lernende Öffentlichkeit von selbst zur Kriegsschuldfrage vor: War es nicht verständlich, dass die Serben in einem Kroatien, wo sie ihres Lebens nicht sicher waren, ungern leben wollten? Waren gut und böse vielleicht doch nicht so klar verteilt, wie man immer dachte?

    Mit Serbien geht dieselbe Anklagebehörde ganz anders um. Statt in einem einzelnen Mordfall die Täterschaft des Angeklagten Slobodan M. exakt nachzuweisen und so seinen Landsleuten den Heros als Verbrecher vorzuführen, plant die Anklage ein Stück Weltgericht. Gerade die Kriegsschuld des Angeklagten soll im Mittelpunkt stehen. Die drei Anklagen gegen Milosevic - wegen des Kosovo, wegen Bosnien, wegen Kroatien - sollen nach dem Wunsch der Chefanklägerin del Ponte gemeinsam verhandelt werden, um zu zeigen, dass es "um ein einziges kriminelles Unterfangen" ging: die Schaffung von Großserbien. Historisch ist das fragwürdig: Plausibler denn als Schöpfer eines großen nationalen Masterplans ist Milosevic als ordinärer Taktiker, der immer alle Optionen offen hielt und sich von den Umständen vom Jugoslawen zum Großserben und wieder zurück zum Jugoslawen konvertieren ließ.

    Auf der wichtigsten, der volkspädagogischen Ebene erreicht so die Strategie der Haager Anklage das Gegenteil des Erwünschten. Die Serben müssen erst einmal die Gerechtigkeit ihrer nationalen Sache in Frage stellen, wenn sie lernen sollen, dass ein Mord einfach ein Mord ist. Die Kroaten dagegen hatten die Chance, peu à peu von selbst drauf zu kommen.

  2. #2
    Avatar von Peyo

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    9.537
    Nein Danke ! das kannst du schön zusammenfassen

  3. #3
    Avatar von Tihomir

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    542

    Und das ...

    ...war der wirkliche Auslöser des Krieges.
    Eine kleine Einheit des Innenministeriums entführte eine serbische Familie aus Zagreb ins Ausflugsgebiet auf dem Slijeme und brachte Vater, Mutter und Tochter in einer Höhle um. Man konnte sich von diesen Dingen nicht so einfach distanzieren: Was man als "serbokommunistische Propaganda" abgetan hatte, war offenbar wirklich passiert.

  4. #4

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    8.629
    Zitat Zitat von Peyoni3nt Beitrag anzeigen
    Nein Danke ! das kannst du schön zusammenfassen

    das hab ich mir auch gedacht

  5. #5
    Esseker
    ich habs mir durchgelesen...

  6. #6

    Registriert seit
    10.11.2008
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    8.629
    Zitat Zitat von Slavonac Beitrag anzeigen
    ich habs mir durchgelesen...
    fazit?


    sadfsr

  7. #7
    Esseker
    Zitat Zitat von puella Beitrag anzeigen
    fazit?


    sadfsr
    ziemlich guter betrag... recht realistisch.

  8. #8

    Registriert seit
    10.11.2008
    Beiträge
    8.629
    Zitat Zitat von Slavonac Beitrag anzeigen
    ziemlich guter betrag... recht realistisch.

    danke.
    ich habs versucht aber ich komm nicht mal über den ersten absatz.
    ich werds nachholen bei zeit.....














    oder auch nicht.

  9. #9

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    4.024
    Zitat Zitat von puella Beitrag anzeigen
    fazit?


    sadfsr

    fazit:
    es begann alles mit "niemand darf euch schlagen",
    den spruch den miloshepick rausbrachte und dieser ihm gleichzeitig das grab schaufelte.

    in dem text wird nur das gesagt was die serben auch immer sagen "allllleeee waren schuuuuld,ähhh"
    -----------
    wie nach dem attentat vom serbischen topterrorist grahovo,der mit seinem attentat an den östereichischen thronfolger das die ganze welt zum krieg brachte.
    da sagen serben auch "ähhhh wäre auch so zu 1.weltkrieg gekommen...".

    typische ausreden.

  10. #10

    Registriert seit
    18.03.2008
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    20.935
    Ich sage euch Leute, das ist eine richtig dreckige Sache wie unser Volk hier von beiden Seiten verarscht wird. Man bot uns die angebliche Unabhängigkeit, um uns später aufzukaufen und Schritt für Schritt für die Verbrechen zu verurteilen. Jetzt müssen sich unsere Republiken und unser Volk wie eine Hure für den Westen benehmen, um in die EU zu kommen


    Dreckige Politik

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