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wahlfaktor kosova in serbien.....

Erstellt von skenderbegi, 12.01.2007, 19:38 Uhr · 6 Antworten · 947 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skenderbegi

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    wahlfaktor kosova in serbien.....

    Wahlfaktor Kosovo
    Die kommende Entscheidung der UNO über den völkerrechtlichen Status des Kosovo überschattet den Wahlkampf in Serbien
    "Die serbische Armee ist nicht in der Lage, Krieg zu führen", stellt Oliver Ivanovic fest, Chef der serbischen Liste im Kosovo und Abgeordneter im Parlament von Prishtina. Es ist eine beruhigende, für die Serben im Kosovo aber zugleich alarmierende Einsicht.

    Denn solche Aussagen, so sagt Ivanovic im Gespräch mit dem Standard, würden die Angst unter den im Kosovo lebenden Serben in dieser kritische Phase schüren: Am nächsten Wochenende wird in Serbien ein neues Parlament gewählt, und dann wird der UNO-Chefverhandler für den Kosovo, Marti Ahtisaari, seinen Vorschlag für die Lösung des völkerrechtlichen Status der südserbischen Provinz bekannt geben. Einen Termin wusste die albanischsprachige Tageszeitung Koha Ditore auch schon - am 2. Februar werde Ahtisaari seinen Plan in Prishtina auf den Tisch legen.

    Albanische Zeitungen in der von der Vereinten Nationen verwalteten Provinz stellen eine "bedingte und von der internationalen Gemeinschaft kontrollierte" Unabhängigkeit in Aussicht. Auf der anderen Seite beteuern fast alle serbischen Parteien im laufenden Wahlkampf, dass Serbien niemals eine Abspaltung des Kosovo akzeptieren und die dort lebenden Serben im Stich lassen würde.

    Mit Belgrad im Rücken würden die Kosovo-Serben ausnahmslos eine Souveränität der derzeitigen Provinz nicht anerkennen, sagt Ivanovic voraus. Und sollte Prishtina im Alleingang die Unabhängigkeit ausrufen, die einzelne Staaten dann anerkennen würden oder nicht, wäre, laut Ivanovic, eine Teilung des Kosovo unvermeidbar. Viel schwieriger für die Serben wäre es, einen Beschluss des UN- Sicherheitsrats über den Kosovo zu ignorieren, doch da rechnet Belgrad mit dem Vetorecht Russlands, das eine Selbstständigkeit des Kosovo ohne die Zustimmung Serbiens bisher abgelehnt hat. Ivanovic befürchtet, dass eine Unabhängigkeit des Kosovo viele Serben zur Flucht veranlassen würde.

    Die Spannungen im Kosovo spitzten sich noch zu, nachdem die Kosovo-Polizei Anfang der Woche einen Serben festgenommen und - laut serbischen Medien - brutal verprügelt hatte. Dies sei eine "bestialische" Provokation und der Versuch der "ethnischen Säuberung", erklärte Serbiens Premier, Vojislav Kostunica, der in seinen Wahlkampfreden die Existenz Serbiens mit der Bewahrung des Kosovo verbindet. "Wir geben Kosovo nicht her", schrieb Kostunica in einer zweiseitigen Anzeige der Tageszeitung Politika, und rief das serbische Volk auf, die Provinz zu verteidigen. Denn Kosovo sei Serbien, und dies sei "der erste Buchstabe des geistigen Alphabets des serbischen Volkes". (Andrej Ivanji aus Belgrad/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14.1.2007

    der standart.at

    die serbischen politiker sind des öfteren doch sehr seltsam....
    zuerst sprechen diese von zerschlagung eines staates und dann lassen sich diese zu äussrungen verleiten wegen einem menschen von ethnischen säuberungen zu sprechen..........

    so meine nachbaren geht auch schön wählen doch vergesst nicht diese wahl ist eine der wichtigeren für serbien und dessen zukunft....

  2. #2
    Avatar von TigerS

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  3. #3

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    Re: wahlfaktor kosova in serbien.....

    Zitat Zitat von skenderbegi
    Auf der anderen Seite beteuern fast alle serbischen Parteien im laufenden Wahlkampf,
    fast alle? Bedeutet nicht alle. Welche denn nicht?

  4. #4
    Avatar von skenderbegi

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    "Besser Slivovic daheim, als Whisky mit Ausländern"
    Vojislav Koštunica versprach vor den Parlamentswahlen am Sonntag in der Zastava-Stadt Kragujevac neue Autos und Arbeitsplätze
    Kommenden Sonntag finden in Serbien Parlamentswahlen statt. Premierminister Vojislav Koštunica versprach in der Zastava-Stadt Kragujevac neue Autos und Arbeitsplätze. Andrej Ivanji begleitete ihn auf seiner Wahlkampftour.
    Düster und herabgekommen sieht Kragujevac aus. Die einst blühende Industriestadt im Herzen Serbiens wird heute „Tal des Hungers“ genannt. Die Stadt lebte von den Autowerken „Zastava“, in denen auch Waffen hergestellt werden. Die Kriege, das Wirtschaftsembargo, der Übergang zur Marktwirtschaft haben das Unternehmen aber ruiniert. Während der Nato-Luftangriffe wurde ein Teil der Fabrik zerstört. Fast 20.000 Menschen wurden entlassen, jede zweite Familie lebt an der Armutsgrenze. Arbeiter wurden zu Lumpenproletariern.

    Hoch lebe Serbien

    Das einstige Markenzeichen von Kragujevac, der eckige Kleinwagen „Yugo“, ist technisch überholt und nicht konkurrenzfähig. Wegen den riesigen Schulden war kein Auslandpartner an „Zastava“ interessiert. Aus Angst vor sozialen Unruhen wagte bisher aber keine serbische Regierung, die bankrotte Fabrik zu schließen.

    Bunte Wahlplakate versprechen nun in Kragujevac ein besseres Leben. Unter dem Motto „Hoch lebe Serbien“ kommt die Wahlkampagne der von der „Demokratischen Partei Serbiens“ (DSS) angeführten Koalition von Volksparteien in die Stadt. DSS-Funktionär und Wirtschaftsminister Predrag Bubalo stellt feierlich in der Autofabrik einen neuen Deal mit dem italienischen Fiat und moderne Fließbänder vor: die Karosserie für den „Punto“ soll in Kragujevac hergestellt werden. Die Regierung musste zuvor die Schulden von 460 Millionen Dollar für die künstlich am Leben erhaltene „Zastava“ übernehmen und 45 Millionen Euro an Fiat zahlen.

    Die Kundgebung der völkischen Allianz findet in der Sporthalle „Jezero“ statt. Hand in Hand mit dem national-konservativen Premier, Vojilsav Koštunica, marschiert der serbische Minister für Investitionen, Velimir Ilic, ein. Der Held aus der Provinzstadt Èaèak ist Vorsitzender der Partei „Neues Serbien“ (NS). Ilic ist ein Machotyp, der serbische Volkslieder mag, vor laufenden Kameras flucht und Schnaps trinkt.

    „Besser Slivovic mit serbischen Bauern als Whisky mit ausländischen Spionen“, sagt der Minister dem amüsierten Plebs. Er rühmt sich damit, in den vergangenen drei Jahren etliche Straßen gebaut und Serbien „asphaltiert“ zu haben. Mehrmals hat der impulsive Minister Journalisten, die unangenehme Fragen stellen, gedroht und physisch angegriffen. Mit Koštunica verbinden ihn nationale Ideen und die Verehrung der serbisch-orthodoxen Kirche.

    Der zweite Koalitionspartner von Koštunica ist der Bürgermeister von Jagodina und Führer der Partei „Einheitliches Serbien“, Dragan Markovic genannt „Palma“. Sein privater TV-Sender „Palma“ zeigte jahrelang harte Pornofilme. Der Showman glorifiziert Koštunica, weil er Volkslieder singt und das „Volk liebt und versteht“. Markovic ist ehemaliger Mitläufer und Partner des erschossenen Kriminellen und berüchtigten Kommandanten der Freischärler, Zeljko Raznatovic Arkan, dem Kriegsverbrechen in Kroatien und Bosnien nachgesagt werden. Palma könnte sich als die größte Hürde bei künftigen Koalitionsverhandlungen der DSS mit bürgerlichen Parteien erweisen.

    Bin einer von euch

    Bescheiden und stets verlegen wirkend schreitet Koštunica endlich auf die Bühne. Ich bin einer von euch, sagt er mit jeder Geste. Die Masse jubelt frenetisch. Koštunica preist das Völkische, die Tradition. Er werde nicht zulassen, dass die serbische Identität wegen Anpassungen an europäische Werte ihren Glanz einbüßt. In der Arbeiterstadt Kragujevac erwähnt Koštunica mit keinem Wort die mangelnde Zusammenarbeit mit dem UN-Tribunal für Kriegsverbrechen oder die ins Stocken geratenen Gespräche über die EU-Integration Serbiens. Hier geht es um neue Autos, die gebaut werden sollen. Er verspricht Arbeitsplätze und einen höheren Lebensstandard. Die von Koštunica angeführten Volksparteien setzen alle auf nationale Ideologie und soziale Parolen. Wir wollen nach Europa, ist ihre Botschaft, aber nicht um jeden Preis. Serbien werde seine europäische Zukunft nicht mit dem Verlust des Kosovo bezahlen, verspricht Koštunica noch feierlich. Denn ohne Kosovo gebe es auch kein Serbien. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2007)
    15. Jänner 2007

  5. #5
    Avatar von Lepoto

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    Zitat Zitat von skenderbegi
    "Besser Slivovic daheim, als Whisky mit Ausländern"
    Vojislav Koštunica versprach vor den Parlamentswahlen am Sonntag in der Zastava-Stadt Kragujevac neue Autos und Arbeitsplätze
    Kommenden Sonntag finden in Serbien Parlamentswahlen statt. Premierminister Vojislav Koštunica versprach in der Zastava-Stadt Kragujevac neue Autos und Arbeitsplätze. Andrej Ivanji begleitete ihn auf seiner Wahlkampftour.
    Düster und herabgekommen sieht Kragujevac aus. Die einst blühende Industriestadt im Herzen Serbiens wird heute „Tal des Hungers“ genannt. Die Stadt lebte von den Autowerken „Zastava“, in denen auch Waffen hergestellt werden. Die Kriege, das Wirtschaftsembargo, der Übergang zur Marktwirtschaft haben das Unternehmen aber ruiniert. Während der Nato-Luftangriffe wurde ein Teil der Fabrik zerstört. Fast 20.000 Menschen wurden entlassen, jede zweite Familie lebt an der Armutsgrenze. Arbeiter wurden zu Lumpenproletariern.

    Hoch lebe Serbien

    Das einstige Markenzeichen von Kragujevac, der eckige Kleinwagen „Yugo“, ist technisch überholt und nicht konkurrenzfähig. Wegen den riesigen Schulden war kein Auslandpartner an „Zastava“ interessiert. Aus Angst vor sozialen Unruhen wagte bisher aber keine serbische Regierung, die bankrotte Fabrik zu schließen.

    Bunte Wahlplakate versprechen nun in Kragujevac ein besseres Leben. Unter dem Motto „Hoch lebe Serbien“ kommt die Wahlkampagne der von der „Demokratischen Partei Serbiens“ (DSS) angeführten Koalition von Volksparteien in die Stadt. DSS-Funktionär und Wirtschaftsminister Predrag Bubalo stellt feierlich in der Autofabrik einen neuen Deal mit dem italienischen Fiat und moderne Fließbänder vor: die Karosserie für den „Punto“ soll in Kragujevac hergestellt werden. Die Regierung musste zuvor die Schulden von 460 Millionen Dollar für die künstlich am Leben erhaltene „Zastava“ übernehmen und 45 Millionen Euro an Fiat zahlen.

    Die Kundgebung der völkischen Allianz findet in der Sporthalle „Jezero“ statt. Hand in Hand mit dem national-konservativen Premier, Vojilsav Koštunica, marschiert der serbische Minister für Investitionen, Velimir Ilic, ein. Der Held aus der Provinzstadt Èaèak ist Vorsitzender der Partei „Neues Serbien“ (NS). Ilic ist ein Machotyp, der serbische Volkslieder mag, vor laufenden Kameras flucht und Schnaps trinkt.

    „Besser Slivovic mit serbischen Bauern als Whisky mit ausländischen Spionen“, sagt der Minister dem amüsierten Plebs. Er rühmt sich damit, in den vergangenen drei Jahren etliche Straßen gebaut und Serbien „asphaltiert“ zu haben. Mehrmals hat der impulsive Minister Journalisten, die unangenehme Fragen stellen, gedroht und physisch angegriffen. Mit Koštunica verbinden ihn nationale Ideen und die Verehrung der serbisch-orthodoxen Kirche.

    Der zweite Koalitionspartner von Koštunica ist der Bürgermeister von Jagodina und Führer der Partei „Einheitliches Serbien“, Dragan Markovic genannt „Palma“. Sein privater TV-Sender „Palma“ zeigte jahrelang harte Pornofilme. Der Showman glorifiziert Koštunica, weil er Volkslieder singt und das „Volk liebt und versteht“. Markovic ist ehemaliger Mitläufer und Partner des erschossenen Kriminellen und berüchtigten Kommandanten der Freischärler, Zeljko Raznatovic Arkan, dem Kriegsverbrechen in Kroatien und Bosnien nachgesagt werden. Palma könnte sich als die größte Hürde bei künftigen Koalitionsverhandlungen der DSS mit bürgerlichen Parteien erweisen.

    Bin einer von euch

    Bescheiden und stets verlegen wirkend schreitet Koštunica endlich auf die Bühne. Ich bin einer von euch, sagt er mit jeder Geste. Die Masse jubelt frenetisch. Koštunica preist das Völkische, die Tradition. Er werde nicht zulassen, dass die serbische Identität wegen Anpassungen an europäische Werte ihren Glanz einbüßt. In der Arbeiterstadt Kragujevac erwähnt Koštunica mit keinem Wort die mangelnde Zusammenarbeit mit dem UN-Tribunal für Kriegsverbrechen oder die ins Stocken geratenen Gespräche über die EU-Integration Serbiens. Hier geht es um neue Autos, die gebaut werden sollen. Er verspricht Arbeitsplätze und einen höheren Lebensstandard. Die von Koštunica angeführten Volksparteien setzen alle auf nationale Ideologie und soziale Parolen. Wir wollen nach Europa, ist ihre Botschaft, aber nicht um jeden Preis. Serbien werde seine europäische Zukunft nicht mit dem Verlust des Kosovo bezahlen, verspricht Koštunica noch feierlich. Denn ohne Kosovo gebe es auch kein Serbien. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2007)
    15. Jänner 2007
    leider ist dieser äusserst interessante bericht nur zu kaufen.
    aber ich schlage dir trotzdem vor, dir diesen mal reinzuziehen.

    vielleicht konzentrierst du dich zur abwechslung mal auf euren eigenen müll anstatt schrott kommentare ausgerechnet von ivanji zu posten....

    DER SPIEGEL (2/2007) - 08.01.2007 (1958 Zeichen) Dieser Artikel ist als Pdf abrufbar.
    KOSOVO : Ein Bock als Gärtner
    Regierungschaos im Kosovo

    http://service.spiegel.de/digas/serv...TTRLIST=t&SD=1

  6. #6
    Avatar von skenderbegi

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    INTERNATIONAL

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    17. Januar 2007, Neue Zürcher Zeitung





    Kosovos Schatten über den Wahlen in Serbien
    Weichenstellung in Belgrad unter internationalem Druck

    Serbiens Annäherung an EU und Nato ist von einem Einlenken in der Kosovo- Frage abhängig. Vor den Parlamentswahlen widersetzen sich die Nationalisten in Belgrad vehement dieser Perspektive. Ministerpräsident Kostunica muss sich zwischen zwei Lagern entscheiden.



    Wok. Belgrad, Mitte Januar

    Die Weichen für eine gütliche Regelung des Kosovo-Konflikts sind gestellt. Die auf Ende Monat erwarteten Vorlagen der Uno-Vermittler müssen in Belgrad geschluckt werden, wenn Serbien auf den zur euroatlantischen Integration führenden Gleisen vorankommen will. Auf dem Weg dahin bilden die am nächsten Sonntag stattfindenden Parlamentswahlen eine wichtige Etappe. Mit dieser Botschaft im Gepäck haben sich dieser Tage eine Reihe hochrangiger internationaler Besucher in Belgrad eingefunden. Es ging bei diesen Visiten in erster Linie darum, dem serbischen Ministerpräsidenten Kostunica den Ernst der Lage vor Augen zu führen. Seit Beginn des Wahlkampfs im Vormonat lässt der nationalkonservative Regierungschef keine Gelegenheit aus, seine emotionale Hingabe an Kosovo öffentlich unter Beweis zu stellen. Mit seinen Oden über diese unverzichtbare Wiege des Serbentums haben Kostunica und mit ihm seine regierende Demokratische Partei Serbiens zu neuer Popularität gefunden. Sie dürfte am Sonntag als drittstärkste Kraft abschneiden.

    Djindjics Vermächtnis
    Von der nationalistischen Rhetorik des Regierungschefs beeinträchtigt wurden die Serbischen Radikalen des mutmasslichen Kriegsverbrechers Seselj. Sie sind mit einem Wählerpotenzial von etwa 30 Prozent zwar immer noch die beliebteste Kraft im Lande, allerdings mit sinkenden Umfragewerten. Als zweitstärkste Partei rangieren in den Prognosen die vom Staatspräsidenten Tadic geführten Demokraten. Auf deren erstem Listenplatz figuriert Ruzica Djindjic, die Ehefrau des im März 2003 ermordeten Ministerpräsidenten und Parteigründers Zoran Djindjic. Auf die bis anhin politisch nicht in Erscheinung getretene Witwe wird in Serbien jenes hohe Ansehen übertragen, das ihr Gatte zumindest postum geniesst. Zu Lebzeiten hatte er die grosse Mehrheit der Serben mit seinem Reformtempo überfordert und war darum nie sonderlich populär.

    Mit dieser Personalisierung von Djindjics Vermächtnis versuchen die Demokraten politische Konkurrenz abzuwehren, die ihnen in der Liberaldemokratischen Partei von Cedomir Jovanovic erwachsen ist. Dieser ehemalige Mitstreiter des ermordeten Ministerpräsidenten positioniert sich im Verbund mit einigen weiteren Kleinparteien als jene unverbrauchte Reformkraft, die das Land aus dem Sumpf zu ziehen imstande sei. Als einer der ganz wenigen Politiker widersetzt sich Jovanovic nicht einer Abspaltung Kosovos und würde, wie er kürzlich öffentlich einräumte, einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Seine Koalition kann auf Unterstützung in der Vojvodina und in Belgrad zählen. Manche weltoffenen Wähler sind von den Demokraten enttäuscht und sehen in Tadic eine schwache Figur, die sich Kostunicas nationalistischem Diskurs unterordnet und das von einem Landesvater zu erwartende Rückgrat vermissen lässt. Der Vorwurf ist nicht aus der Luft gegriffen und rührt wohl auch daher, dass in Serbien anders als in den meisten Nachbarländern der Staatspräsident die Parteimitgliedschaft während seiner Mandatszeit nicht aufgeben muss.

    Ob die Liberaldemokraten die zum Einzug ins Parlament nötige Fünf-Prozent-Hürde überspringen, will der Belgrader Prognostiker Srdjan Bogosavljevic offenlassen. Weit bessere Chancen räumt er hingegen der bis anhin mitregierenden Kleinpartei G17 plus des kürzlich demissionierten Finanzministers Mladjan Dinkic ein. Die aus einer Expertengruppe hervorgegangene Kraft profilierte sich in Wirtschaftsfragen, befürwortete Montenegros Unabhängigkeit, vermied stets das Thema Kosovo und verlangte unmissverständlich die Überstellung des serbisch-bosnischen Ex- Generals Mladic an das Haager Uno-Tribunal. Wegen dieser letzten unerfüllten Forderung entzweite sie sich schliesslich mit Kostunicas Partei und trat aus der Regierung aus. Manche aufgeklärte Serben kreiden es den G17-Reformern aber an, dass sie sich gemeinsam mit Kostunica in eine Regierung einbinden liessen, die nur dank Unterstützung der Sozialisten überleben konnte. Ob die zerstrittenen Sozialisten diesmal den Einzug ins Parlament schaffen, ist ungewiss. Ihr durch Milosevics Tod im vergangenen März verursachter Höhenflug war von kurzer Dauer.

    Eine voraussehbare Konstellation?
    In grossen Zügen ist das ungefähre politische Kräfteverhältnis nach dem Urnengang voraussehbar. Das sogenannte demokratische Lager, bestehend aus allen Parteien mit Ausnahme der Radikalen und Sozialisten, wird eine deutliche Stimmenmehrheit erzielen. Während sich Kostunica vor drei Jahren eine Minderheitsregierung ohne Demokraten und Radikale leisten konnte, erscheint eine Neuauflage dieser Konstellation wenig wahrscheinlich. In Belgrad wird einem von berufener Seite von einer bereits getroffenen Absprache zwischen Tadic und Kostunica berichtet. Diese sehe vor, dass in einer künftigen Regierung der Ministerpräsident sein Amt behält, die wichtigeren Ressorts hingegen an Vertreter der Demokraten gehen. Ein solches Szenario entspräche erklärtermassen dem Wunsch der EU, die sich in diesem Fall ein Einlenken Belgrads in der Kosovo-Frage verspricht.

    Diese ebenfalls in Washington bestehende Erwartung basiert allerdings auf einem rationalen Verhalten Kostunicas. Sie setzt voraus, dass sich der wertkonservative Regierungschef niemals mit den ultranationalistischen Radikalen auf eine Machtteilung einlässt, weil ihm mit Seseljs nicht salonfähiger Partei im Schlepptau in Brüssel alle Türen verschlossen blieben. Was aber, wenn Kostunicas Beschwörungen zu Kosovo als einem auf ewig unverzichtbaren Teil Serbiens mehr als nur Wahlkampfrhetorik sind und er sich am Ende wider alle Vernunft eben doch mit den Radikalen verbündet, die ihm ideologisch ohnehin am nächsten stehen? In Belgrads diplomatischem Milieu stellt man sich die Frage mit einiger Sorge. Ein solches Szenario bedeute unweigerlich Ärger in der abtrünnigen Provinz Kosovo mit schwer abschätzbaren Auswirkungen in der ganzen Region.


    http://www.nzz.ch/2007/01/17/al/articleETW6G.html

  7. #7
    Avatar von skenderbegi

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    http://oe1.orf.at/highlights/72843.html

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    Status quo
    Der Kosovo ist derzeit eine serbische Provinz - allerdings nur noch auf dem Papier. Nach dem Krieg um den Kosovo und dem Einmarsch der NATO-Truppen im Jahr 1999 hat Serbien de facto jeglichen Einfluss auf die mehrheitlich albanische Provinz verloren. Seit bald acht Jahren verwaltet die UNO das Gebiet, das mit knapp 11.000 Quadratkilometern etwas kleiner ist als Oberösterreich.

    Die zwei Millionen Albaner im Kosovo wollen endlich einen eigenen Staat haben; Serbien beharrt auf dem Kosovo. Die UNO aber will ihre teure und aufwändige Kosovo-Mission nicht auf ewig fortführen. Daher wurde der ehemalige finnische Präsident Martti Ahtisaari vom damaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan im November 2005 damit beauftragt, eine Lösung für den endgültigen Status des Kosovo auszuarbeiten. Wie diese Lösung aussieht, ist derzeit noch ein Geheimnis; allerdings sickert bereits durch, dass künftig eine Art überwachte Souveränität für den Kosovo vorgeschlagen wird. Die Wünsche in der Bevölkerung
    Es gibt vermutlich keinen Kosovo-Albaner, der die Unabhängigkeit seines Landes nicht heiß herbeisehnen würde. Das zeigen auch die Meinungen in der Kosovo-Hauptstadt Prishtina. Allgemein wird erwartet, dass der Status dem Selbstbestimmungsrecht entsprechend noch in diesem Jahr gelöst wird.

    Die UNMIK, die UNO-Mission zur Übergangsverwaltung des Kosovo, soll relativ bald aufgelöst werden. Stattdessen soll es eine starke EU-Präsenz mit einem so genannten Internationalen Zivilen Vertreter an der Spitze geben. Dessen Hauptaufgabe wird es sein, die punktgenaue Einhaltung aller Punkte des Ahtisaari-Papiers zu überprüfen. Demnach sollen die Gemeinden dezentralisiert und viel selbstständiger werden - das soll die Minderheiten stärken und ihnen mehr Kompetenzen als bisher erteilen.

    Die EU-Überwachungsmission ist zeitlich unbegrenzt, nach zwei Jahren soll aber einmal eine Überprüfung stattfinden, inwieweit die UNO-Vorschläge eingehalten werden. Der Vorteil der EU-Mission im Kosovo: Sie wäre wesentlich schlanker und billiger als die derzeit wirkende UNMIK. Der Kosovo bekäme wesentlich mehr Selbstständigkeit als jetzt, aber stünde noch unter internationaler Kontrolle.

    Hinter vorgehaltener Hand geben die meisten serbischen Politiker längst zu, dass der Kosovo für Serbien verloren ist. Auch Präsident Boris Tadic von der gemäßigten Demokratischen Partei bereitet seine Landsleute seit Monaten auf den bevorstehenden Verlust des Kosovo vor.
    Ob das UNO-Statuspapier aber tatsächlich durchgehen wird, liegt vor allem an Russland, dem Verbündeten Serbiens. Es wird daher auch davon abhängen, ob die USA, die ja der größte Befürworter der kosovarischen Unabhängigkeit sind, Russland in informellen Gesprächen zur Aufgabe seine harten Haltung bewegen können. Auch von China nimmt man übrigens an, dass es sich im Sicherheitsrat der Stimme enthalten wird. Die meisten EU-Länder, vor allem die großen, befürworten jedenfalls die Unabhängigkeit des Kosovo.

    Sollte Belgrad den Kosovo wirklich endgültig verlieren, bleibt jedenfalls eines zu hoffen - nämlich, dass sich Serbien damit schneller abfinden wird als mit der Niederlage auf dem Amselfeld vor 600 Jahren, die von vielen Serben noch immer als schmerzhaft empfunden wird.

    ich weis es mag für die einen evtl. einwenig zuviel sein von meiner seite aber so bin ich........ :wink:

    wie schon von anderen(vorallem albanisch stämmigen) user hier mehrmals erwähnt wurde hat die albanische seite doch mehr befürworter als gegenspieler betreffend der status-frage.
    und ja natürlich haben diese länder ihre interessen aber da ist nichts verwerfliches dabei.
    in der welt so wie sich diese präsentiert (globalisierung )
    in schnellen schritten ist die überlebens-chance grösser wenn man mit statt gegeneinander arbeitet.....

    was die status-frage betrifft gehts natürlich auch darum dies habe ich schon gepostet auch um das liebe geld das die internationale gemeinschaft nicht so locker beschaffen kann.......

    so wollen wir in die zukunft blicken in der unsere kinder so hoffe doch sich begegnen können ohne dabei von der vergangenheit nagen zu müssen sondern , dass sie sich auf eine zukunft freuen können wo es für alle ein lebenswertes leben möglich sein wird.

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