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Weiterer Mord an Roma in Ungarn

Erstellt von ökörtilos, 05.08.2009, 20:39 Uhr · 12 Antworten · 900 Aufrufe

  1. #1
    ökörtilos

    Weiterer Mord an Roma in Ungarn

    05.08.2009 05:00 Uhr
    Weiterer Mord an Roma in Ungarn

    Wien - Allein der Zeitpunkt der Tat lässt Schlimmstes befürchten: In Ostungarn ist eine Roma umgebracht und ihre Tochter verletzt worden, und dies genau am Tag, da man in Ungarn der Roma-Opfer während des Dritten Reiches gedenkt. Die 45-Jährige wurde nachts in ihrem Haus in einer Roma-Siedlung der Ortschaft Kisléta erschossen. Die 13-jährige Tochter der alleinerziehenden Mutter wurde schwer verletzt. Nicht nur der symbolträchtige Tag, auch Art und Umstände des Mordes haben die Behörden veranlasst, diese Bluttat in eine Serie einzureihen, der bereits acht Roma zum Opfer gefallen sind; die Täter ziehen als "Todesschwadronen" durchs Land. Die hundertköpfige Sonderkommission zur Aufklärung dieser offensichtlich rassistisch begründeten Taten hat auch diesen Fall an sich gezogen.

    Der Bürgermeister von Kisléta erklärte, die Frau habe in geordneten Verhältnissen gelebt und ihre Tochter nach bürgerlichen Regularien erzogen. Ein kriminelles oder dubioses Umfeld schloss er aus. Auch habe man im Ort nie ernsthafte Reibereien zwischen den Volksgruppen gehabt, was eine Tat von Auswärtigen vermuten lasse. Die Regierung in Budapest zeigte sich bestürzt über die "Perfidie", die Tat ausgerechnet an dem Tag zu begehen, da man des rassistischen Massenmordes der Nationalsozialisten am Volk der Roma gedenke. In Ungarn leben mehr als 600 000 Roma. Die Aggressionen gegen sie nehmen zu.
    Sie werden von ungarischen Chauvinisten zu Sündenböcken für die schweren Probleme gemacht, unter denen die Bevölkerung durch die Weltwirtschaftskrise leidet. Obwohl in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas Streit und auch Gewalttätigkeiten zwischen der "weißen" Mehrheitsbevölkerung und den "schwarzen" Roma - sie selbst legen oft Wert auf diese "farbliche" Unterscheidung - an der Tagesordnung sind, ist Ungarn bisher das einzige Land, in dem man es mit einer gezielten Mordserie zu tun hat. Ungarn hat theoretisch vorbildliche, aber nicht immer wirkungsvolle Minderheitengesetze, die von radikalisierten Teilen der magyarischen Bevölkerungsgruppe als Propaganda instrumentalisiert werden nach dem Motto: Der Staat hilft den Roma, den Rest des Landes auszuplündern. Rechtsextremistische Gruppen wie die Faschisten-Partei Jobbik und die mittlerweile verbotene "Ungarische Garde" verbreiten die Legende, es gebe eine besondere Form der "Zigeunerkriminalität".

  2. #2

    Registriert seit
    30.05.2009
    Beiträge
    1.001
    und, was denkst du als Ungar darüber?

  3. #3
    ökörtilos
    Zitat Zitat von Samo Naprijed Beitrag anzeigen
    und, was denkst du als Ungar darüber?

    Aufgrund des Versagens der großen Parteien und der allgemeinen Ernüchterung und Enttäuschung nach fast 20 Jahren Kapitalismus beginnt man sich nun den rechten zuzuwenden-die ja mit der Romahetze sehr erfolgreich punkten und dem einfachen Mann einfache Antworten liefern.
    Alles in allem eine gefährliche Entwicklung.

  4. #4
    ökörtilos
    Mit Sicherheit sind die Roma selber auch nicht ganz unschuldig-bzw. nicht die Ethnie als ganzes jedoch gab und gibt es statistisch gesehen in dieser Volksgruppe eine höhere Kriminalitätsrate als bei den anderen Ungarn.Offenbar genug Stoff für die Rechte die Angst vor der "ausufernden Zigeunerkriminalität" zu schüren.

    Hier ein Video aus der Stadt Siofok die ganz in der Nähe meies Dorfes liegt-160 Zigeuner aus der entfernten Umgebung zogen durch die Flaniermeile am Balatonufer


  5. #5

    Registriert seit
    30.05.2009
    Beiträge
    1.001
    Zitat Zitat von ökörtilos Beitrag anzeigen
    Aufgrund des Versagens der großen Parteien und der allgemeinen Ernüchterung und Enttäuschung nach fast 20 Jahren Kapitalismus beginnt man sich nun den rechten zuzuwenden-die ja mit der Romahetze sehr erfolgreich punkten und dem einfachen Mann einfache Antworten liefern.
    Alles in allem eine gefährliche Entwicklung.
    so viele Romas gibt es doch garnicht in Ungarn... aber das ist auf jeden Fall der falsche weg... ich habe ddas gestern gelesen das eine 45 jährige roma erstochen wurde und ihr kind schwer verletzt... echt traurig sowas

  6. #6
    Avatar von Climber

    Registriert seit
    12.01.2009
    Beiträge
    6.229
    Die Ungarn haben definitiv ein großes Problem mit Rechten.

    Solche Bilder man glaubt es nicht entstammen aus der Gegenwart.




  7. #7
    ökörtilos
    Oder publikgewordene Vorfälle wie der Mord an einem Ungarn im Bus-er wurde von einem Roma mit einem Samuraischwert erstochen.Der zur Rede gestellte Täter soll nur gesagt haben "er hat mich blöd angeglotzt"

    Solche Horrorgeschichten erzählt sich dann der Bauer und das ist guter Nährboden für Hass

  8. #8

    Registriert seit
    07.08.2009
    Beiträge
    12
    Hallo zusammen,

    ich bin beim Surfen schon des Öfteren auf dieses Forum gestoßen und heute, als ich mehr über den Mord in Kisléta lesen wollte.

    Zu dem Thema habe ich in meinem privaten Blog die Ereignisse in Ungarn seit dem letztem Jahr in Ungarn verfolgt. Grund dafür gaben mir die ersten Morde an Roma in Ungarn. Mittlerweile ist es der 8te.

    Artikel über die Jobbik, die verbotene Ungarische Garde, die 64 Komitate, dem Magyar Sziget und allerlei mehr habe ich auch noch geschrieben.



    Nun aber zurück. Die Roma Bevölkerung macht einen geschätzten Anteil von 8 - 10% der Gesamtbevölkerung aus, also ungefähr mehr als eine Million.

    In Ungarn ist es zum Beispiel straffrei den Holocaust zu leugnen oder den den Nationalsozialismus zu verherrlichen. Grund ist die sehr lockere Meinungsfreiheit. So ist Volkshetze nicht direkt eine Straftat die in den Gesetzbüchern aufgeführt ist. Dies wollten die Politiker schon mehrmals seit der Wende verändern scheiterten, aber an verschiedenen Hürden. In diesem Jahr ist es zum Beispiel geschehen, dass die Jobbik Anhänger und Gardisten auf dem Burgviertel an der Deutschen Botschaft öffentlich den Holocaust geleugnet haben und Deutschland beschimpften, weil sie die Heimattreue Deutsche Jugend verboten hat.

    So dürfen die Rechtsradikalen zum Beispiel legal ein wie der Betreiber selbst sagt ein "nationalbewusstes" rechtsradikales Musikfestival, nämlich das Magyar Sziget veranstalten.
    ___________

    edit:

    Ich wollt hier nochmal zu der ermordeten Romni etwas hinzufügen. Dieser steht laut der Polizei sehr wahrscheinlich in einer Reihe von brutalen Morden, die seit November letzten Jahres anhalten. Dabei wurden Molotov-Cocktails, Handgranaten und Schrotflinten gebraucht. Bis jetzt wurden insgesamt 8 Roma ermordet. Die Polizei tappt derzeit noch im Dunklen, die mit einer 100 köpfigen Sondereinsatzkommandos mit Hilfe des FBIs ermittelt.

  9. #9

    Registriert seit
    31.01.2009
    Beiträge
    6.317
    Es sterben leider immer die Unschuldigen

  10. #10

    Registriert seit
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    Beiträge
    23.630
    Zitat Zitat von Greko Beitrag anzeigen
    Es sterben leider immer die Unschuldigen
    hier ist das Thema Schuld / Unschuld nicht berührt,
    der blinde grassierende Rassismus ist das Übel,
    daß wegen bloßer Abstammung das Rechtsgut Leben genommen werde,

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