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Wem gehört das Kosovo....?

Erstellt von Zurich, 05.02.2007, 18:25 Uhr · 117 Antworten · 9.271 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Zurich

    Registriert seit
    05.02.2007
    Beiträge
    18.089

    Wem gehört das Kosovo....?

    Ja... Wem gehört das Kosovo.....
    ... Man könnte aber auch gleich Fragen, wem gehört Jerusalem: Den Juden, den Christen oder doch den Moslems? Hmmmm...

    Die Frage muss sich eher über das Wort "Gehört / Gehören" beschäftigen. Was ist damit eigentlich gemeint? Gibt es da Internationale Richtlinien?

    Mal zum Historischen:

    Seit dem 2. Jahrtausend Chr. lebten viele Ur-Völker under anderem auch die Illyrer auf der Balkanhalbinsel, in einer Region, die den Kosovo, Dalmatien, Montenegro, Herzegowina, das heutige Makedonien und Gebiete, die heute im Südwesten Serbiens liegen, umfasste. Die Region war eine Provinz des Römischen Reichs und nannte sich Illyrikum.
    Im 7. Jahrundert wanderten die ersten Slawen aus dem Norden in die sehr schwach besiedelte Region ein (Was ja der Balkan eigentlich auch noch heute ist, im vergleich zum restlichen Europa).
    Vom 8. bis 12. Jahrhundert war der Kosovo der Mittelpunkt des mittelalterlichen Staates Raska, somit auch der erste serbische Staat. Für einige Zeit diente Prizren als Hauptstadt der serbischen Fürsten. Während dieser Zeit nahm die serbische Bevölkerung im Kosovo zu. 1389 fügten osmanische Truppen der serbischen Armee in der Schlacht auf dem Amselfeld hohe Verluste zu.

    - Das Kosovo ist so zugagen die Wiege des sebischen Volkes (die die 3 Ur-Kantone für die Schweiz). Es gab damals einen Serbischen Staat, die Serbische Flagge (rot-blau-weiss), die serbische Sprache und Kultur und war somit ein souveräner Staat.

    Ab dem 14. / 15. Jahrhundert fiel dieses Gebiet unter die osmanische (türkische) Herrschaft.

    1912 wurden die Türken aus dem Land vertrieben. Danach wurde der Kosovo Teil des Königreiches der Serben und 1918 in das neue Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das spätere Jugoslawien, eingegliedert.

    1968 wurde das Kosovo vom ehemaligen jugoslawischen Präsidenten zu einer autonomen Provinz erklärt (mit den heutigen Grenzen). Die Albaner dort sollten nicht als Ausländer angesehen werden, sondern als Staatsbürger mit einem Jugoslawischen Pass und allen Rechten wie die restlichen Völker.... Aber eben.. sollten. Wie so vieles im Kommunismus, etwa wie die Wörter "Demokratie" (man denke da an die DDR) oder "Föredalismus" war dies nur blanke Ironie. - Schon da, haben es die Jugoslawen bzw. die Serben vermasselt, was einen zukünftigen Konflikt schon vorprogrammierte.

    In den 80er Jahren reagierten die Albaner mit Gewalt und Terror gegen diese Ungerechtigkeit und forderten mehr Rechte. Wie so typisch für Balkaner, schaut man immer auf die anderen und nicht auf sich selbst, so dass in den serbischen Medien nur der albanische Terror gezeigt wurde.

    1989 löste Milosevic die Provinzen Vojvodina und Kosovo auf, so dass es wieder nur 6 Republiken ohne Provinzen gab.
    Was in den 90er Jahren geschah, wissen wir. Will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen.

    Fakt ist aber auch, dass sich der Anteil der Albaner gegenüber den Serben im letzen Jahrundert fast exponential gesteigert hat. Während eine serbische Familie bis zu 2 Kinder hatte, hatten albanische 8-10 Kinder. Dies wirkte sich über Generationen und Generationen im letzen Jahrundert auf die ethnische Zusammensetzng des Kosovos stark aus, so dass die albaner 1990 einen Anteil von 91% bildeten.



    Albaner: "Das Kosovo gehört uns!"
    Albaner sehen sich als eine der Nachfahren des ehemaligen Volkes "Illyrer" an. - Das ist bis heute sehr umstrinnen und ist von keiner europäischen Nation, an Mangel von Historischen Beweisen, annerkant. Zugleich ist aber bekannt dass, im Mittelalter ein Staat im Kakukasus existierte der "Albania" hiess, und deren Herrscher albanische Namen trugen.


    Es gibt aber auch nicht-historische Gründe, warum die Kosovo-Albaner das Kosovo für sich beanspruchen: Es gibt eine Provinz mit definierten Gränzen, die Albanier sind serbische Staatsbürger und eben keine Ausländer, und sie sind überdeutlich in der Mehrzahl.

    Nur... Dieses Beispiel könnten hundete und aberhunderte andere Völker ausnutzen: Basken, Tibeter, Korser, Tschetschenen, Bosnische Serben, Bosnische Kroaten,....Oscheten,...usw..usw...

    Das ganze ist eben nicht alle so einfach. Und man muss auch die Historie berücksichtigen.
    Doch das führt wiederum zur Frage: Wem gehört das Kosovo historisch gesehen?

    Nun alle Namen ob vom Flüssen, Gebirgen oder Städten sind serbisch. Die Namen wurden ein bisschen abgändert, haben aber im Albanischen keine Bedeutung, da albanisch keine slawische Sprache ist. Hier ein paar Städte: (serbisch / albanisch)
    Dečani / Deçan = Kommt vom serbischen Wort "Deca" (Kinder)
    Dragaš / Dragash = Kommt vom serbischen Wort "Drag" (Lieb)
    Đakovica / Gjakovë = Kommt vom serbischen Wort "Đak" (Schüler)
    Istok / Istog = Heisst auf serbisch genau "Istok" (Osten)
    Kamenica / Kamenicë = Heisst auf serbisch genau "Steinchen"
    Leposavić / Leposaviq = Kommt vom serbischen Wort "Lep" (Schön)
    Mitrovica / Mitrovicë = Kommt vom serbischen Vornamen "Mitar"
    Novo Brdo / Novobërdë = Heisst auf serbisch genau "Neuer Berg"
    Obilić / Obiliq = "Oblić" ist der Nachname des serbischen Helden "Milos Obilic"
    Orahovac / Rahovec = Kommt vom serbischen Wort "Orah" (Nuss)
    Peć / Pejë = Kommt vom serbischen Wort "Peć" (Ofen)
    Zubin Potok / Zubin Potok = Heisst auf serbisch genau "Zahns Bach"

    Und nicht zu vergessen: Kosovo = Kommt vom serbischen Wort "Kos" (Amsel), man kann es wie "Amselanien" oder "Amselland" verstehen.

    Weiter sehen die Serben im Kosovo als ihr aller heiligstes Land. Darum ist es hier schwierig eine Lösung zu finden oder eindeutig zu sagen wem das Kosovo gehört.



    Nun... Wenn das Kosovo historisch gesehen serbisch ist... Ist es rechtfertigt mit andern Gründen den Serben das Kosovo weg zu nehmen??? Etwa als eine Art "Bestrafung" für die brutale Vorgehensweise währed des Kosovo Krieges 1999??? Darf man einem Land 15% seines Staatsgebietes und zudem noch dass allerheiligste Land nur um es zu bestrafen? Wer gibt anderen Ländern das Recht zu entscheiden, was richtig ist, was falsch, wer recht hatte, wer nicht, wer zu brutal vorging, wer nicht, wer bestraft werden soll (und wieviel), wer nicht?

    Wenn Ja, fragt sich dann wie weit des gehen darf? Bis Vojvodina, Sandzak und andere Teile auch weg sind? Es kann immer so weiter gehen...... Bis es 100 Staaten auf dem Balkan gibt.

    Andere Frage: Was hätte die Unabhängigkeit Kosovos weltweit für Folgen?

  2. #2
    Avatar von albaner

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    05.05.2006
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    3.862
    ich penn gleich ein , genau das gleiche thema wurde bestimmt schon 5 mal eröffnet.

  3. #3
    Grasdackel
    Mir.

  4. #4

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    16.12.2006
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    1.896
    Das die Albaner von uns alles klauen wollen wie Geschichte,Städte und Flüssenamen ist lange bekannt.

  5. #5
    Avatar von absolut-relativ

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    10.378
    hallo ...

    dann seid halt etwas klüger und raffinierter und lasst euch nicht beklauen !!!

    hehe

  6. #6
    Avatar von skenderbegi

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    27.09.2006
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    11.090

    Re: Wem gehört das Kosovo....?

    Zitat Zitat von Zurich
    Ja... Wem gehört das Kosovo.....
    ... Man könnte aber auch gleich Fragen, wem gehört Jerusalem: Den Juden, den Christen oder doch den Moslems? Hmmmm...

    Die Frage muss sich eher über das Wort "Gehört / Gehören" beschäftigen. Was ist damit eigentlich gemeint? Gibt es da Internationale Richtlinien?

    Mal zum Historischen:

    Seit dem 2. Jahrtausend Chr. lebten viele Ur-Völker under anderem auch die Illyrer auf der Balkanhalbinsel, in einer Region, die den Kosovo, Dalmatien, Montenegro, Herzegowina, das heutige Makedonien und Gebiete, die heute im Südwesten Serbiens liegen, umfasste. Die Region war eine Provinz des Römischen Reichs und nannte sich Illyrikum.
    Im 7. Jahrundert wanderten die ersten Slawen aus dem Norden in die sehr schwach besiedelte Region ein (Was ja der Balkan eigentlich auch noch heute ist, im vergleich zum restlichen Europa).
    Vom 8. bis 12. Jahrhundert war der Kosovo der Mittelpunkt des mittelalterlichen Staates Raska, somit auch der erste serbische Staat. Für einige Zeit diente Prizren als Hauptstadt der serbischen Fürsten. Während dieser Zeit nahm die serbische Bevölkerung im Kosovo zu. 1389 fügten osmanische Truppen der serbischen Armee in der Schlacht auf dem Amselfeld hohe Verluste zu.

    - Das Kosovo ist so zugagen die Wiege des sebischen Volkes (die die 3 Ur-Kantone für die Schweiz). Es gab damals einen Serbischen Staat, die Serbische Flagge (rot-blau-weiss), die serbische Sprache und Kultur und war somit ein souveräner Staat.

    Ab dem 14. / 15. Jahrhundert fiel dieses Gebiet unter die osmanische (türkische) Herrschaft.

    1912 wurden die Türken aus dem Land vertrieben. Danach wurde der Kosovo Teil des Königreiches der Serben und 1918 in das neue Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das spätere Jugoslawien, eingegliedert.

    1968 wurde das Kosovo vom ehemaligen jugoslawischen Präsidenten zu einer autonomen Provinz erklärt (mit den heutigen Grenzen). Die Albaner dort sollten nicht als Ausländer angesehen werden, sondern als Staatsbürger mit einem Jugoslawischen Pass und allen Rechten wie die restlichen Völker.... Aber eben.. sollten. Wie so vieles im Kommunismus, etwa wie die Wörter "Demokratie" (man denke da an die DDR) oder "Föredalismus" war dies nur blanke Ironie. - Schon da, haben es die Jugoslawen bzw. die Serben vermasselt, was einen zukünftigen Konflikt schon vorprogrammierte.

    In den 80er Jahren reagierten die Albaner mit Gewalt und Terror gegen diese Ungerechtigkeit und forderten mehr Rechte. Wie so typisch für Balkaner, schaut man immer auf die anderen und nicht auf sich selbst, so dass in den serbischen Medien nur der albanische Terror gezeigt wurde.

    1989 löste Milosevic die Provinzen Vojvodina und Kosovo auf, so dass es wieder nur 6 Republiken ohne Provinzen gab.
    Was in den 90er Jahren geschah, wissen wir. Will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen.

    Fakt ist aber auch, dass sich der Anteil der Albaner gegenüber den Serben im letzen Jahrundert fast exponential gesteigert hat. Während eine serbische Familie bis zu 2 Kinder hatte, hatten albanische 8-10 Kinder. Dies wirkte sich über Generationen und Generationen im letzen Jahrundert auf die ethnische Zusammensetzng des Kosovos stark aus, so dass die albaner 1990 einen Anteil von 91% bildeten.



    Albaner: "Das Kosovo gehört uns!"
    Albaner sehen sich als eine der Nachfahren des ehemaligen Volkes "Illyrer" an. - Das ist bis heute sehr umstrinnen und ist von keiner europäischen Nation, an Mangel von Historischen Beweisen, annerkant. Zugleich ist aber bekannt dass, im Mittelalter ein Staat im Kakukasus existierte der "Albania" hiess, und deren Herrscher albanische Namen trugen.


    Es gibt aber auch nicht-historische Gründe, warum die Kosovo-Albaner das Kosovo für sich beanspruchen: Es gibt eine Provinz mit definierten Gränzen, die Albanier sind serbische Staatsbürger und eben keine Ausländer, und sie sind überdeutlich in der Mehrzahl.

    Nur... Dieses Beispiel könnten hundete und aberhunderte andere Völker ausnutzen: Basken, Tibeter, Korser, Tschetschenen, Bosnische Serben, Bosnische Kroaten,....Oscheten,...usw..usw...

    Das ganze ist eben nicht alle so einfach. Und man muss auch die Historie berücksichtigen.
    Doch das führt wiederum zur Frage: Wem gehört das Kosovo historisch gesehen?

    Nun alle Namen ob vom Flüssen, Gebirgen oder Städten sind serbisch. Die Namen wurden ein bisschen abgändert, haben aber im Albanischen keine Bedeutung, da albanisch keine slawische Sprache ist. Hier ein paar Städte: (serbisch / albanisch)
    Dečani / Deçan = Kommt vom serbischen Wort "Deca" (Kinder)
    Dragaš / Dragash = Kommt vom serbischen Wort "Drag" (Lieb)
    Đakovica / Gjakovë = Kommt vom serbischen Wort "Đak" (Schüler)
    Istok / Istog = Heisst auf serbisch genau "Istok" (Osten)
    Kamenica / Kamenicë = Heisst auf serbisch genau "Steinchen"
    Leposavić / Leposaviq = Kommt vom serbischen Wort "Lep" (Schön)
    Mitrovica / Mitrovicë = Kommt vom serbischen Vornamen "Mitar"
    Novo Brdo / Novobërdë = Heisst auf serbisch genau "Neuer Berg"
    Obilić / Obiliq = "Oblić" ist der Nachname des serbischen Helden "Milos Obilic"
    Orahovac / Rahovec = Kommt vom serbischen Wort "Orah" (Nuss)
    Peć / Pejë = Kommt vom serbischen Wort "Peć" (Ofen)
    Zubin Potok / Zubin Potok = Heisst auf serbisch genau "Zahns Bach"

    Und nicht zu vergessen: Kosovo = Kommt vom serbischen Wort "Kos" (Amsel), man kann es wie "Amselanien" oder "Amselland" verstehen.

    Weiter sehen die Serben im Kosovo als ihr aller heiligstes Land. Darum ist es hier schwierig eine Lösung zu finden oder eindeutig zu sagen wem das Kosovo gehört.



    Nun... Wenn das Kosovo historisch gesehen serbisch ist... Ist es rechtfertigt mit andern Gründen den Serben das Kosovo weg zu nehmen??? Etwa als eine Art "Bestrafung" für die brutale Vorgehensweise währed des Kosovo Krieges 1999??? Darf man einem Land 15% seines Staatsgebietes und zudem noch dass allerheiligste Land nur um es zu bestrafen? Wer gibt anderen Ländern das Recht zu entscheiden, was richtig ist, was falsch, wer recht hatte, wer nicht, wer zu brutal vorging, wer nicht, wer bestraft werden soll (und wieviel), wer nicht?

    Wenn Ja, fragt sich dann wie weit des gehen darf? Bis Vojvodina, Sandzak und andere Teile auch weg sind? Es kann immer so weiter gehen...... Bis es 100 Staaten auf dem Balkan gibt.

    Andere Frage: Was hätte die Unabhängigkeit Kosovos weltweit für Folgen?
    warum sagst nicht einfach deine meinung?

    weil die geschichte und die hintergründe haben wir hier mehrmals hinundher gerüttelt......

    fakt ist das nach em balkankrieg kosova von den grossmächten serbien zugesprochen wurde......

    und laut der un-charta 1514 gibt es das selbstbestimmungs recht der völker auf grund der (dekolionalisierung)....

    ansonsten darfst ruhig hier im forum dich durchlesen oder jetzt ganz aktuell die status-frage verfolgen und da werden auch pro und kontra wiedergespiegelt.....

  7. #7

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    16.12.2006
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    1.896

    Re: Wem gehört das Kosovo....?

    Zitat Zitat von skenderbegi
    warum sagst nicht einfach deine meinung?

    weil die geschichte und die hintergründe haben wir hier mehrmals hinundher gerüttelt......

    fakt ist das nach em balkankrieg kosova von den grossmächten serbien zugesprochen wurde......

    und laut der un-charta 1514 gibt es das selbstbestimmungs recht der völker auf grund der (dekolionalisierung)....

    ansonsten darfst ruhig hier im forum dich durchlesen oder jetzt ganz aktuell die status-frage verfolgen und da werden auch pro und kontra wiedergespiegelt.....
    Klar wurde Kosovo 1912 Serbien zugesprochen weil er Serbien 1389 entrissen wurde und Serbien eben geschichtlich gehört.

  8. #8
    Avatar von skenderbegi

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    27.09.2006
    Beiträge
    11.090

    Re: Wem gehört das Kosovo....?

    Zitat Zitat von mi_srbi
    Zitat Zitat von skenderbegi
    warum sagst nicht einfach deine meinung?

    weil die geschichte und die hintergründe haben wir hier mehrmals hinundher gerüttelt......

    fakt ist das nach em balkankrieg kosova von den grossmächten serbien zugesprochen wurde......

    und laut der un-charta 1514 gibt es das selbstbestimmungs recht der völker auf grund der (dekolionalisierung)....

    ansonsten darfst ruhig hier im forum dich durchlesen oder jetzt ganz aktuell die status-frage verfolgen und da werden auch pro und kontra wiedergespiegelt.....
    Klar wurde Kosovo 1912 Serbien zugesprochen weil er Serbien 1389 entrissen wurde und Serbien eben geschichtlich gehört.
    Leitartikel

    Der Kosovo-Mythos

    Von Michael Martens




    05. Februar 2007
    Wird Serbien die enge Bindung an Russland suchen - als Trost für den Verlust des Amselfeldes?


    Serbiens Kosovo-Politik ruht auf drei Pfeilern: dem nicht erst von Milosevic vermarkteten Epos eines Waffengangs am Ausgang des Mittelalters, der Überzeugungskraft des Völkerrechts sowie dem nicht immer geglückten Versuch einer kühl eigene und fremde Möglichkeiten wägenden Realpolitik.


    Man kann es für müßig halten, sich mit dem vermeintlichen historischen Ursprung des Konflikts um das Kosovo zu beschäftigen. Was an einem Junitag des Jahres 1389 auf dem Amselfeld geschah, ist für die Beurteilung der gegenwärtigen Lage tatsächlich unerheblich. Nicht nebensächlich ist aber, was aus dem Kampf der Armeen des serbischen Fürsten Lazar gegen die Truppen von Sultan Murad I. in den Jahrhunderten danach gemacht wurde: Der Mythos vom Amselfeld ist oft mit Erfolg eingesetzt worden, um die serbische Innenpolitik zu beeinflussen. Zuletzt war das im Oktober des vergangenen Jahres so, als Serbiens Ministerpräsident Kostunica das Kosovo als Hebel einsetzte, um die neue serbische Verfassung durch das Parlament zu bringen.


    Wie praktisch dieser Kosovo-Mythos ist, hat indirekt sogar Milosevic selbst bestätigt, indem er zugab, dass es schwierig sei, zwischen der Legende und der Geschichte der Schlacht zu unterscheiden. Ihm diente die Überlieferung von der serbischen Niederlage sechs Jahrhunderte später als Instrument zur Abschaffung der Zeit. Eine mythische Vergangenheit wurde in die Gegenwart umgepflanzt und tagespolitisch urbar gemacht. Die Schlacht gegen die Türken war nicht länger ferner Waffenlärm aus grauer Vorzeit. Kosovo war gestern. Das zeigte sich auch 1999 im Krieg der Nato gegen "Jugoslawien". In der serbischen Propaganda zum Kosovo-Krieg erschien die Geschichte in Gestalt einer Wiederholungstäterin, mit der westlichen Allianz in der Rolle der Osmanen.


    Die legendäre Vorlage eignet sich auch deshalb so gut für politische Zwecke, weil eines ihrer zentralen Elemente die Geschichte vom Verräter ist, dem "serbischen Judas" Vuk Brankovic, der die Schuld am Untergang der Serben tragen soll, weil er den Fürsten Lazar im Stich gelassen habe. Kein Serbe will seinen Gegnern Gelegenheit geben, ihn als Brankovic zu diskreditieren. Daher wagt außer einem jungen und bis auf weiteres wohl nebensächlichen Epigonen des ermordeten Reformers Zoran Djindjic auch kein bekannter Politiker in Belgrad, öffentlich aus dem fatalen Konsens auszubrechen, dass Serbien das Kosovo niemals aufgeben dürfe.


    Da nun weder der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen noch der UN-Sondergesandte Ahtisaari die Nachwirkungen mittelalterlicher Blutbäder zur Grundlage ihrer Entscheidungen machen werden, beruft sich Serbien in seiner Außendarstellung des Konflikts auf das Völkerrecht. Es hat starke Argumente auf seiner Seite, zumal die Vereinten Nationen als Zusammenschluss souveräner Staaten separatistische Bewegungen per se nicht gutheißen können. Immer wieder warnt die Regierung in Belgrad vor dem gefährlichen Präzedenzfall, der einträte, sollte die Staatengemeinschaft Serbien mit Billigung des UN-Sicherheitsrates ein Fünftel seines Staatsgebietes entreißen. Besonders die Vereinigten Staaten behaupten als Antwort stets, beim Kosovo handele es sich um einen einzigartigen Fall. Doch trotz aller Unterschiede im Detail: Tatsächlich ist nicht der Fall Kosovo sui generis, sondern nur die Behauptung, er sei es. Tschetschenen, Kurden, Uiguren und die Minderheiten vieler anderer Länder könnten sich schließlich wie die Kosovo-Albaner darauf berufen, ein Verbleib in ihrem jeweiligen Staat sei ihnen nach dem, was ihnen in der Vergangenheit widerfahren sei, nicht mehr zumutbar. Sie könnten das im Gegensatz zu den albanischen Kosovaren sogar mit überzeugenderen Gründen tun, denn deren Drangsalierung gehört der Vergangenheit an, und Serbien ist heute, trotz aller Mängel, ein demokratischer Staat.


    Die dritte Säule der serbischen Politik ruht weder auf dem Recht noch auf der Macht der Vergangenheit. Ihr Sockel ist solider: Belgrad kalkuliert mit der Macht der Gegenwart und setzt auf ein russisches Veto gegen einen Plan zur Unabhängigkeit des Kosovos. Doch es scheint möglich, dass Russland Serbien eher dann enger an sich binden kann, wenn es die Unabhängigkeit des Kosovos nicht verhindert, die heimlich geduldete Abtrennung der Provinz dabei aber als ein Werk des Westens darstellt - was sie letztlich ja auch wäre. Unter Präsident Putin, der seinen Landsleuten das in den neunziger Jahren verlorene Selbstvertrauen in hohen Dosen wieder injiziert hat, ist Russland auch auf dem Balkan damit beschäftigt, verlorenen Einfluss zurückzugewinnen. Wie in anderen Weltgegenden ist die Energiepolitik das auffälligste Mittel dazu. Zu den wichtigsten Vorhaben Russlands auf dem Balkan gehört der Bau einer Ölleitung vom bulgarischen Schwarzmeerhafen Burgas bis zur thrakischen Stadt Alexandroupoli an der griechischen Ägäisküste. Doch auf Bulgarien, den einst treusten Vasallen in der Region, ist nach dem EU-Beitritt des Landes aus Moskauer Sicht kaum noch Verlass, selbst wenn alte bulgarisch-russische Verbindungen, gerade beim Militär und in den Geheimdiensten, noch bestehen. Der serbische Weg in die EU scheint dagegen derzeit unabsehbar weit zu sein. Ein dem Westen entfremdetes Serbien könnte schon aus Mangel an anderen Möglichkeiten jene enge Bindung an Russland suchen, die der in Den Haag einsitzende Nationalistenführer Seselj seit Jahren fordert. Die Gleichung ginge allerdings nur auf, wenn sich Serbien nach der Unabhängigkeit des Kosovos tatsächlich innenpolitisch radikalisierte. Das könnte vorübergehend auch geschehen. Mittelfristig aber ist das Gegenteil zu erwarten.

    Text: F.A.Z., 06.02.2007, Nr. 31 / Seite 1

  9. #9

    Registriert seit
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    1.896
    und was willst du uns jetzt damit sagen du Vollpfosten :?:

    Das Kosovo dem Königreich Serbien entrissen wurde. Man darf nicht vergessen das Kosovo Kernland des mittelalterlichen Serbien's war mit den meisten Kirchen und Klöstern die heute noch erhalten sind.

    Die heutigen Städtenamen gab es damals auch schon.

  10. #10

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    Kosovo gehört seinen Bewohnern.

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