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Der Zar von Belgrad

Erstellt von TigerS, 30.08.2007, 20:42 Uhr · 9 Antworten · 1.075 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von TigerS

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    Der Zar von Belgrad

    [h1]Der Zar von Belgrad[/h1]

    [h4]ür die treue Unterstützung im Kosovo-Konflikt belohnt die serbische Regierung Russland. Für Putin besteht die Möglichkeit, den Einfluss der USA und der EU ­zurückzudrängen. von boris kanzleiter, belgrad [/h4]
    Monatelang wurde das prunkvolle Jugendstil­gebäude aufwändig renoviert. Seit einigen Tagen ist es wieder eröffnet, das Café Ruski Car (Russischer Zar) in Belgrad erstrahlt in neuem Glanz. Gewaltige Kronleuchter und Fürstenpor­traits in Goldrahmen beherrschen den groß­zügigen Salon, in dem ältere Damen in feinen Kostümen Kuchen essen. Durch die Eingangstüren eilen Kellner in Kosakenkostümen und servieren den Zeitungslesern auf der Straße ­ihren Frühstückskaffee. Von hier aus sieht man auf den Platz der Republik, das Zentrum der Stadt.
    Russland steht in diesem Sommer in Serbien hoch im Kurs. Davon zeugt nicht nur die Neueröffnung des exponierten Ruski Car. Das zeigen auch die Kommentarspalten der Presse, in denen Russlands neu gewonnenes Selbstvertrauen gelobt wird. Während die Botschafter der west­li­chen Länder bei ihren öffentlichen Auftritten misslaunig erscheinen, tingelt Moskaus lächelnder Gesandter Alexander Alexejew als Haupt­attraktion über Empfänge und Hochzeiten von Prominenten. Auf die Spitze trieb die Sympathiekundgebungen kürzlich Tomislav Nikolic. Der populäre Vorsitzen­de der Serbischen Radikalen Partei (SRS) erklärte, Serbien solle lieber eine »russische Provinz« werden als eine »Kolonie der Europäischen Union«.

    Die heftige Zuneigung für Russland ist kaum erstaunlich. Sie wird befeuert durch die seit 18 Monaten anhaltenden Verhandlungen um den zukünftigen völkerrechtlichen Status des Kosovo. Es ist dabei allein die Kompromisslosigkeit der russischen Regierung, die die von der albanischen Bevölkerungsmehrheit mit Unterstützung der westlichen Staaten geforderte Abspaltung der Provinz bisher verhindert hat. Dafür wird Russland gedankt. Denn mit dem Kosovo steht für große Teile der Bevölkerung die Nation auf dem Spiel. Die Provinz mit ihren mittelalter­li­chen Klöstern sei das »Herz und die Seele« Serbiens, behauptet Ministerpräsident Vojislav Kos­tunica immer wieder. Am Konflikt um das Kosovo – den Ausgangspunkt des kriegerischen Zerfalls Jugoslawiens seit 1991 – zeigt sich die über Jahre verfestigte Überzeugung, vom Westen ungerecht behandelt zu werden.
    Der Kosovo-Konflikt ist freilich nur der Anlass, der die traditionelle serbisch-russische Freundschaft in diesen Monaten erneut bestärkt. Im Hin­tergrund stehen darüber hinausgehende Interessen. Für Vladimir Putin ist die Partnerschaft mit Serbien ein Geschenk des Himmels. Es schmei­chelt ihm nicht nur, dass Russland hierzulande nicht als Bedrohung – wie in den meisten anderen Ländern Osteuropas –, sondern als Beschützer wahrgenommen wird. Im Kosovo-Konflikt kann der russische Präsident außerdem exemplarisch fordern, was er im Februar in seiner viel beachteten Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu den neuen Leitlinien seiner Außenpolitik erklärt hat: Der Westen solle von »unilateraler« Politik in internationalen Konflikten Abstand nehmen. Russland will mitbestimmen und dabei den Einfluss der USA zurückdrängen. Die internationalen Beziehungen sollen nicht durch einseitige Hegemonialpolitik, sondern durch das bestehende internationale Recht geregelt werden.

    Es geht dabei allerdings um Machtinteressen, nicht nur um Prinzipien. Auf dem Gipfeltreffen der Schwarzmeerstaaten Ende Juni in Istanbul erklär­te Putin: »Der Balkan und die Schwarzmeer-Region waren immer eine Sphäre unseres besonderen Interesses.« Und er fügte programmatisch hinzu: »Es ist natürlich, dass ein wieder auferstehendes Russland dorthin zurückkehrt.« Mit der Übernah­me der Rolle der Schutzmacht für Serbien könnte es Putin tatsächlich gelingen, zumin­dest an einer Stelle den seit dem Fall der Ber­li­ner Mauer 1989 anhaltenden Expansionsdrang von Nato und EU nach Ost- und Südosteuropa ein­zudämmen.
    Denn je mehr sich Serbien an Russland bindet, desto weiter entfernt es sich von der Nato und der EU. In der vergangenen Woche beschuldigten einige Minister der Demokratischen Partei Serbiens von Ministerpräsident Kostunica den Westen, im Kosovo ein »Nato-Militärregime« aufbauen zu wollen. So hören sich keine Regierungs­funk­tionäre an, die eine Westbindung befürworten. Der ehemalige Chef des serbischen Verhand­lungs­teams im Kosovo-Konflikt, Leon Kojen, forderte die Beendigung der Gespräche über eine Mitglied­schaft in der EU, falls in diesen eine Unabhängigkeitserklärung des Kosovo anerkannt werde. Dabei zählt Kojen als Berater von Staatspräsident Boris Tadic von der liberalen Demokratischen Partei zu den eher moderaten Leuten. Tomislav Nikolic von der SRS will in diesem Fall die diplomatischen Beziehungen zum Westen sogar ganz abbrechen.

    Neben den politischen Interessen spielen in der neuen Allianz zumindest, was Russland angeht, wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Russlands reiche Oligarchen suchen nach Investitions­möglichkeiten im Ausland. Als Dank für die Unterstützung im Kosovo-Kon­flikt ermöglicht Kos­tunica russischen Unternehmen, die dem Kreml nahe stehen, den Zugriff auf attraktive Betriebe. Im Juli empfing er beispielsweise einen Freund Putins und Aluminium-Magnaten, Oleg Deripaska, der sich an der Übernahme des ehemals größ­ten europäischen Kupferbergwerks bei Bor in Ostserbien interessiert zeigt. Kurze Zeit später traf sich Kostunica auch mit Valerij Okulov, dem Direktor der russischen Fluggesellschaft Aeroflot, die die staatliche serbische Fluglinie JAT kau­fen will. Aeroflot könnte so auch den Belgrader Flughafen übernehmen und sich damit den Zugang zum westeuropäischen Markt erleichtern.
    Die wirtschaftlichen Daten zeigen aber auch die Grenzen der neuen russisch-serbischen Al­lianz. Zentrale ökonomische Sektoren wie die Finanzwirtschaft sind fest in der Hand westlicher Konzerne. Eine Isolationspolitik, wie von Nikolic vorgeschlagen, wäre daher abenteuerlich. Sie würde auch nicht den Wünschen der meisten Serben entsprechen. Denn nach aktuellen Meinungsumfragen ist die große Mehrheit zwar der Meinung, dass das Kosovo Bestandteil Serbiens bleiben müsse, gleichzeitig wollen aber auch 71 Prozent in die Europäische Union. Es meh­ren sich daher Stimmen, welche die Vorzüge der »jugoslawischen Schaukelpolitik« zwischen Ost und West unter Tito loben.




    Jungle World ··· 35/2007 ··· Der Zar von Belgrad

  2. #2
    Avatar von skenderbegi

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    Frage

    Zitat Zitat von TigerS Beitrag anzeigen
    [h1]Der Zar von Belgrad[/h1]

    [h4]ür die treue Unterstützung im Kosovo-Konflikt belohnt die serbische Regierung Russland. Für Putin besteht die Möglichkeit, den Einfluss der USA und der EU ­zurückzudrängen. von boris kanzleiter, belgrad [/h4]
    Monatelang wurde das prunkvolle Jugendstil­gebäude aufwändig renoviert. Seit einigen Tagen ist es wieder eröffnet, das Café Ruski Car (Russischer Zar) in Belgrad erstrahlt in neuem Glanz. Gewaltige Kronleuchter und Fürstenpor­traits in Goldrahmen beherrschen den groß­zügigen Salon, in dem ältere Damen in feinen Kostümen Kuchen essen. Durch die Eingangstüren eilen Kellner in Kosakenkostümen und servieren den Zeitungslesern auf der Straße ­ihren Frühstückskaffee. Von hier aus sieht man auf den Platz der Republik, das Zentrum der Stadt.
    Russland steht in diesem Sommer in Serbien hoch im Kurs. Davon zeugt nicht nur die Neueröffnung des exponierten Ruski Car. Das zeigen auch die Kommentarspalten der Presse, in denen Russlands neu gewonnenes Selbstvertrauen gelobt wird. Während die Botschafter der west­li­chen Länder bei ihren öffentlichen Auftritten misslaunig erscheinen, tingelt Moskaus lächelnder Gesandter Alexander Alexejew als Haupt­attraktion über Empfänge und Hochzeiten von Prominenten. Auf die Spitze trieb die Sympathiekundgebungen kürzlich Tomislav Nikolic. Der populäre Vorsitzen­de der Serbischen Radikalen Partei (SRS) erklärte, Serbien solle lieber eine »russische Provinz« werden als eine »Kolonie der Europäischen Union«.

    Die heftige Zuneigung für Russland ist kaum erstaunlich. Sie wird befeuert durch die seit 18 Monaten anhaltenden Verhandlungen um den zukünftigen völkerrechtlichen Status des Kosovo. Es ist dabei allein die Kompromisslosigkeit der russischen Regierung, die die von der albanischen Bevölkerungsmehrheit mit Unterstützung der westlichen Staaten geforderte Abspaltung der Provinz bisher verhindert hat. Dafür wird Russland gedankt. Denn mit dem Kosovo steht für große Teile der Bevölkerung die Nation auf dem Spiel. Die Provinz mit ihren mittelalter­li­chen Klöstern sei das »Herz und die Seele« Serbiens, behauptet Ministerpräsident Vojislav Kos­tunica immer wieder. Am Konflikt um das Kosovo – den Ausgangspunkt des kriegerischen Zerfalls Jugoslawiens seit 1991 – zeigt sich die über Jahre verfestigte Überzeugung, vom Westen ungerecht behandelt zu werden.
    Der Kosovo-Konflikt ist freilich nur der Anlass, der die traditionelle serbisch-russische Freundschaft in diesen Monaten erneut bestärkt. Im Hin­tergrund stehen darüber hinausgehende Interessen. Für Vladimir Putin ist die Partnerschaft mit Serbien ein Geschenk des Himmels. Es schmei­chelt ihm nicht nur, dass Russland hierzulande nicht als Bedrohung – wie in den meisten anderen Ländern Osteuropas –, sondern als Beschützer wahrgenommen wird. Im Kosovo-Konflikt kann der russische Page Rankingäsident außerdem exemplarisch fordern, was er im Februar in seiner viel beachteten Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu den neuen Leitlinien seiner Außenpolitik erklärt hat: Der Westen solle von »unilateraler« Politik in internationalen Konflikten Abstand nehmen. Russland will mitbestimmen und dabei den Einfluss der USA zurückdrängen. Die internationalen Beziehungen sollen nicht durch einseitige Hegemonialpolitik, sondern durch das bestehende internationale Recht geregelt werden.

    Es geht dabei allerdings um Machtinteressen, nicht nur um Prinzipien. Auf dem Gipfeltreffen der Schwarzmeerstaaten Ende Juni in Istanbul erklär­te Putin: »Der Balkan und die Schwarzmeer-Region waren immer eine Sphäre unseres besonderen Interesses.« Und er fügte programmatisch hinzu: »Es ist natürlich, dass ein wieder auferstehendes Russland dorthin zurückkehrt.« Mit der Übernah­me der Rolle der Schutzmacht für Serbien könnte es Putin tatsächlich gelingen, zumin­dest an einer Stelle den seit dem Fall der Ber­li­ner Mauer 1989 anhaltenden Expansionsdrang von Nato und EU nach Ost- und Südosteuropa ein­zudämmen.
    Denn je mehr sich Serbien an Russland bindet, desto weiter entfernt es sich von der Nato und der EU. In der vergangenen Woche beschuldigten einige Minister der Demokratischen Partei Serbiens von Ministerpräsident Kostunica den Westen, im Kosovo ein »Nato-Militärregime« aufbauen zu wollen. So hören sich keine Regierungs­funk­tionäre an, die eine Westbindung befürworten. Der ehemalige Chef des serbischen Verhand­lungs­teams im Kosovo-Konflikt, Leon Kojen, forderte die Beendigung der Gespräche über eine Mitglied­schaft in der EU, falls in diesen eine Unabhängigkeitserklärung des Kosovo anerkannt werde. Dabei zählt Kojen als Berater von Staatspräsident Boris Tadic von der liberalen Demokratischen Partei zu den eher moderaten Leuten. Tomislav Nikolic von der SRS will in diesem Fall die diplomatischen Beziehungen zum Westen sogar ganz abbrechen.

    Neben den politischen Interessen spielen in der neuen Allianz zumindest, was Russland angeht, wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Russlands reiche Oligarchen suchen nach Investitions­möglichkeiten im Ausland. Als Dank für die Unterstützung im Kosovo-Kon­flikt ermöglicht Kos­tunica russischen Unternehmen, die dem Kreml nahe stehen, den Zugriff auf attraktive Betriebe. Im Juli empfing er beispielsweise einen Freund Putins und Aluminium-Magnaten, Oleg Deripaska, der sich an der Übernahme des ehemals größ­ten europäischen Kupferbergwerks bei Bor in Ostserbien interessiert zeigt. Kurze Zeit später traf sich Kostunica auch mit Valerij Okulov, dem Direktor der russischen Fluggesellschaft Aeroflot, die die staatliche serbische Fluglinie JAT kau­fen will. Aeroflot könnte so auch den Belgrader Flughafen übernehmen und sich damit den Zugang zum westeuropäischen Markt erleichtern.
    Die wirtschaftlichen Daten zeigen aber auch die Grenzen der neuen russisch-serbischen Al­lianz. Zentrale ökonomische Sektoren wie die Finanzwirtschaft sind fest in der Hand westlicher Konzerne. Eine Isolationspolitik, wie von Nikolic vorgeschlagen, wäre daher abenteuerlich. Sie würde auch nicht den Wünschen der meisten Serben entsprechen. Denn nach aktuellen Meinungsumfragen ist die große Mehrheit zwar der Meinung, dass das Kosovo Bestandteil Serbiens bleiben müsse, gleichzeitig wollen aber auch 71 Prozent in die Europäische Union. Es meh­ren sich daher Stimmen, welche die Vorzüge der »jugoslawischen Schaukelpolitik« zwischen Ost und West unter Tito loben.




    Jungle World ··· 35/2007 ··· Der Zar von Belgrad
    und jetzt was möchtst du damit sagen?

  3. #3
    Avatar von TigerS

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    ganz einfach freekosovo 2500 n.chr oder bist du zu blöde um sowas zu verstehen ?

  4. #4
    Lopov
    ich weiß nicht ob russland so viel besser ist als die EU ... ich würde die EU bevorzugen

  5. #5
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von TigerS Beitrag anzeigen
    ganz einfach freekosovo 2500 n.chr oder bist du zu blöde um sowas zu verstehen ?
    wer was nicht versteht ist die andere frage;

    zitat tigers;
    Die wirtschaftlichen Daten zeigen aber auch die Grenzen der neuen russisch-serbischen Al­lianz. Zentrale ökonomische Sektoren wie die Finanzwirtschaft sind fest in der Hand westlicher Konzerne. Eine Isolationspolitik, wie von Nikolic vorgeschlagen, wäre daher abenteuerlich. Sie würde auch nicht den Wünschen der meisten Serben entsprechen.
    Denn nach aktuellen Meinungsumfragen ist die große Mehrheit zwar der Meinung, dass das Kosovo Bestandteil Serbiens bleiben müsse, gleichzeitig wollen aber auch 71 Prozent in die Europäische Union. Es meh­ren sich daher Stimmen, welche die Vorzüge der »jugoslawischen Schaukelpolitik« zwischen Ost und West unter Tito loben.

    und kosova ist schon frei von serbien seit 99


    auch dir steht die opferrolle gut....

  6. #6

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    Zitat Zitat von TigerS Beitrag anzeigen
    ganz einfach freekosovo 2500 n.chr oder bist du zu blöde um sowas zu verstehen ?
    Wenn Kosovo Teil Serbiens ist, wieso trauen sich Serben nur mit KFOR-Begleitschutz in ihre Kirchen?

  7. #7
    Avatar von TigerS

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    ihr müsst net ablenken wir reden hir von einer Unabhängigkeit die Kosovo ja scho seid ich hir angemeldet bin haben sollte !!!aber immer noch net hat und niemals haben wird ,das hab ich auch immer gesagt und dabei bleibts ,Tauli= mal kucken ob die KA noch so wehren?, wenn die kafor eines tages nicht mehr da sein sollte (weil dann hiessse es wieder ab mit dem traktor nach Mazedonien und albanien ) .aber ich weiß ihr seid so weil es echt depremierden ist das man euch einen eigenen staat verspricht und dann pustekuchen ,aber immer locker bleiben 500 jahre sind keine lange zeit ^^ free Kosovo 2500n.chr

  8. #8
    Avatar von skenderbegi

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    10. September 2007, 07:00 – Von Enver Robelli </I>[h3]Russland kehrt auf den Balkan zurück[/h3]
    Moskau hat die Abspaltung Kosovos von Serbien vorläufig verhindert. Als Dank für diese Unterstützung bevorzugt Belgrad die Kreml-Oligarchen bei der Privatisierung.
    «Auftrag erfüllt.» Mit diesen Worten verabschiedeten sich russische Generäle von Bosnien und Kosovo im Frühjahr 2003. Die Lage auf dem Balkan habe sich stabilisiert, für die knapp 1000 russischen Soldaten gebe es nichts mehr zu tun, hiess es damals. Ein weiterer Grund für den Abzug sei die schlechte finanzielle Lage der russischen Streitkräfte.
    Vier Jahre später versucht das wiedererstarkte Russland, politisch und wirtschaftlich auf dem Balkan Fuss zu fassen. Wladimir Putin hat sich beim Kräftemessen um die Zukunft der formell zu Serbien gehörenden und mehrheitlich von Albanern bewohnten Provinz Kosovo auf die Seite Belgrads gestellt. Im Uno-Sicherheitsrat lehnte er mehrere Resolutionsentwürfe ab, die dessen Unabhängigkeit vorsahen. Die «aggressive Diplomatie» bot Russland die Möglichkeit, auf den Balkan zurückzukehren, schrieb kürzlich die russische Zeitung «Wremja Nowostej». Der Balkan sei für Moskau schon immer von besonderem Interesse gewesen, sagte Präsident Putin Ende Juni in Istanbul beim Gipfeltreffen der Union für wirtschaftliche Kooperation im Schwarzmeerraum.




    Als wichtiger Partner für die Zukunft gilt dabei Serbien. Ministerpräsident Vojislav Kostunica hofiert seit Monaten Kreml-Oligarchen - offensichtlich aus tiefer Dankbarkeit für die russische Unterstützung in der Kosovo-Frage. Bis vor einem Jahr waren Investoren aus Russland nicht willkommen, bei der Privatisierung der serbischen Banken wurden sie sogar übergangen. Jetzt steht der Verkauf der grossen Staatsbetriebe an. In den nächsten Monaten sollen das Bergwerkunternehmen RTB Bor im Osten des Landes, die marode Fluggesellschaft JAT und die staatliche Erdölfirma NIS privatisiert werden. Noch bevor das Ausschreibungsverfahren eröffnet wurde, empfing Kostunica den russischen Oligarchen Oleg Deripaska. Vergangene Woche hiess es in Belgrad, Deripaska sei einer der Bieter bei der Privatisierung der Kupfermine in Bor.
    [h5]Aeroflot will JAT Airways kaufen[/h5]
    Auch Aeroflot hat grosse Pläne in Serbien. Die russische Fluggesellschaft will JAT Airways übernehmen. Aeroflot-Generaldirektor Waleri Okulow hat sich kürzlich in Belgrad mit Kostunica getroffen. Laut serbischen Medien wollen die Russen unbedingt die in Staatsbesitz befindliche JAT für umgerechnet 480 Millionen Franken kaufen. Ausserdem ist Aeroflot offenbar bereit, 340 Millionen Franken Schulden zu begleichen, die JAT in den vergangenen Jahren eingeflogen hat. Die Übernahme ist deshalb interessant, weil Russland dadurch Zutritt zum System von Open Sky erhält, dem Serbien im kommenden Jahr beitreten soll. Das Abkommen sieht die Liberalisierung des Flugverkehrs vor. Danach könnte Aeroflot über die serbische Tochter ohne Einschränkungen im europäischen Fluggeschäft mitmischen. Inzwischen hat der russische Erdölkonzern Lukoil ein Auge auf die serbische Ölgesellschaft NIS geworfen.
    Für den Chefredaktor des Wirtschaftsmagazins «Ekonomist» Mijat Lakicevic sind die Treffen Kostunicas mit russischen Oligarchen ein Beleg dafür, dass die Regierung «gewisse Investoren bevorzugt». Andere Wirtschaftsexperten sprechen sogar von politischer Korruption und von einer schleichenden Abkehr von der europäischen Integration. Bisher hätten die Russen keineswegs gute Schlagzeilen mit ihren Investitionen in Serbien gemacht, sagt Lakicevic. Als Beispiel erwähnt er die Übernahme der serbischen Tankstellenkette Beopetrol im Jahr 2003 durch Lukoil. Seither hätten ihre Aktien massiv an Wert verloren, und die versprochenen Investitionen seien ausgeblieben. Trotzdem betont Kostunica, sein Land sei bereit, russische Investoren «in jeder Weise» zu unterstützen.
    [h5]Gemeinsam gegen die Nato[/h5]
    Immer deutlicher wird auch die politische Anlehnung Serbiens an Russland. Zurzeit führen Exponenten von Kostunicas Partei eine regelrechte Kampagne gegen die Nato. Sie werfen der Allianz vor, in Kosovo einen «Nato-Staat» errichten zu wollen - mit der US-Basis Bondsteel als Hauptstadt. Um den Druck auf den Westen zu erhöhen, wurde jetzt sogar das Ziel einer Nato-Vollmitgliedschaft Serbiens vorläufig gestrichen.
    Die antieuropäische Rhetorik in Belgrad dürfte Wladimir Putin sehr gelegen kommen. Nachdem sein Land mit dem Zerfall der Sowjetunion an Einfluss in den ehemaligen Satellitenstaaten Osteuropas verloren hat, könnte die Partnerschaft mit Serbien die russische Position auf dem Balkan verstärken. Dies ist ganz im Sinne der extremen Nationalisten von der oppositionellen Radikalen Partei Serbiens, die allen Ernstes bedauern, dass ihr Land nicht längst zu einer Provinz Russlands erklärt wurde. Das Volk träumt jedoch von einem ganz anderen Ziel: Nach einer Umfrage unterstützen knapp 70 Prozent der Bürger die EU-Mitgliedschaft Serbiens.

    ----------------------------------------------------------

    was soll man dazu sagen?

    serbien eine russische provinz...
    </DIV>

  9. #9
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Taulant Beitrag anzeigen
    Wenn Kosovo Teil Serbiens ist, wieso trauen sich Serben nur mit KFOR-Begleitschutz in ihre Kirchen?
    Weil in der Verbrecher Region Kosovo, zuviel Extremisten und andere geistig minderbemittelte gerne mittels Feuer und AK-47 Ethnische Säuberungen betreiben würden.

    Die brauche NATO Schutz, weil sonst von diesen arachischen Banden einfach auf Zivilisten, Kinder und frauen geschossen wird.

    Und diese Morde machen ja vor Albanern auch nicht halt. In Mazedonien haben die UCK Kommandanten einen alten Albaner Polizei Chef gerade erschossen, weil eben diese Verbrecher wie der Halili Clan, der auch zum Thaci Verbrecher Clan gehört, einfach auf Alles schiesst,. Und weil es keine Serbische POlizei dort mehr gibt, erschiesst man halt lieber Kinder und alb. Polizisten.

  10. #10
    vwxyz
    Zitat Zitat von lupo-de-mare Beitrag anzeigen
    Weil in der Verbrecher Region Kosovo, zuviel Extremisten und andere geistig minderbemittelte gerne mittels Feuer und AK-47 Ethnische Säuberungen betreiben würden.

    Die brauche NATO Schutz, weil sonst von diesen arachischen Banden einfach auf Zivilisten, Kinder und frauen geschossen wird.

    Und diese Morde machen ja vor Albanern auch nicht halt. In Mazedonien haben die UCK Kommandanten einen alten Albaner Polizei Chef gerade erschossen, weil eben diese Verbrecher wie der Halili Clan, der auch zum Thaci Verbrecher Clan gehört, einfach auf Alles schiesst,. Und weil es keine Serbische POlizei dort mehr gibt, erschiesst man halt lieber Kinder und alb. Polizisten.
    Amen!!!

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