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Ein Zeichen der Versöhnung in Srebrenica

Erstellt von snarfkafak, 12.07.2010, 12:38 Uhr · 12 Antworten · 1.167 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von snarfkafak

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    Beiträge
    727

    Ein Zeichen der Versöhnung in Srebrenica

    Fünfzehn Jahre nach dem Massaker hat in Srebrenica eine grosse Trauergemeinde der Opfer gedacht. Die Anwesenheit des serbischen Präsidenten Tadic und die Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan setzten Hoffnungszeichen.
    Andreas Ernst, Belgrad

    Im ostbosnischen Srebrenica sind am Sonntag die Überreste von 775 kürzlich identifizierten Opfern des Massakers beigesetzt worden, das vor 15 Jahren hier seinen Anfang genommen hatte. Auf dem Gräberfeld von Potocari ruhen bereits 3749 Tote. Gegen Abend des 11. Juli 1995 hatten Truppen der bosnischen Serben unter General Ratko Mladic die Kontrolle über die Uno-Schutzzone von den niederländischen Blauhelmen übernommen. Sie begannen, die bosnjakischen (muslimischen) Männer von Frauen und Kindern zu trennen. In den folgenden Tagen wurden in der Umgebung Srebrenicas über 7000 Männer und Jünglinge erschossen und in Massengräbern verscharrt.
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    Gespräch mit drei Müttern
    Mit Zehntausenden von Angehörigen und Gästen war eine ganze Reihe hochrangiger Politiker aus der Region zur Gedenkfeier gekommen. Vor allem die Anwesenheit des serbischen Präsidenten Boris Tadic und der Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan sorgten für Aufsehen. Tadic legte einen Kranz nieder, gewidmet «den unschuldigen Opfern». Vor seiner Reise hatte er den Besuch als Zeichen der Verantwortung und der Versöhnung bezeichnet und beigefügt, er hoffe auf ähnliche Gesten der vormaligen Gegner.
    Beim Eingang der Gedenkstätte sprach der serbische Präsident Tadic mit drei Müttern, deren Söhne von Mladics Truppen umgebracht worden waren. Ihr bedeute diese Geste Tadics viel, sagte eine der Frauen im Anschluss an das Gespräch. Eine andere Frau sagte hingegen, beim nächsten Mal solle Tadic General Mladic mitbringen oder zu Hause bleiben. Während Hunderte von Angehörigen der Opfer in der Sommerhitze an den frisch ausgehobenen Gräbern versammelt waren, hielten die Politiker ihre Ansprachen.
    Verbitterter Silajdzic
    Offenkundig war der Gegensatz zwischen den Reden des bosnjakischen Präsidiumsmitglieds Haris Silajdzic und des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Dieser hielt eine sorgfältig komponierte Rede. Er sprach zuerst von der Trauer der Mütter und dem Trost der Religion, dann begründete er die Notwendigkeit der Aussöhnung in der ganzen Region. Aus dem Ende in Srebrenica müsse ein Anfang werden.
    Silajdzic dagegen wirkte fahrig und verbittert. Er klagte die internationale Gemeinschaft der unterlassenen Hilfeleistung an und attackierte die bosnische Serbenrepublik, die den Völkermord von Srebrenica leugne. Es fehlten Worte der Versöhnung mit der andern Seite, auf der es auch unschuldige Opfer gab. Die Rede Silajdzics erschien in ihrer Perspektivlosigkeit dem Anlass nicht angemessen.
    Zahlreiche Täter verurteilt
    Das Massaker war vom Haager Kriegsverbrechertribunal 2004 als Völkermord bewertet worden, da es «mit der Absicht begangen wurde, die bosnjakische Bevölkerung ganz oder teilweise zu vernichten». Damit ragt «Srebrenica» aus den vielen Kriegsverbrechen hervor, die beim blutigen Zerfall Jugoslawiens von allen Seiten begangen wurden. Von verschiedenen Gerichten wurden seither 24 Mittäter zu insgesamt 476 Jahren Gefängnis verurteilt.
    Der mutmassliche Hauptverantwortliche, der bosnisch-serbische General Ratko Mladic, ist weiterhin verschwunden. Er soll bis Anfang 2006 im Haus seines Sohnes in Belgrad gelebt haben. Der Versuch seiner Familie, ihn amtlich für tot erklären zu lassen, dürfte erfolglos bleiben. Der politische Wille zur Verhaftung Mladics ist heute in Belgrad vorhanden. Für Serbien ist Mladics Freiheit ein Hindernis bei der Annäherung an die Europäische Union. Doch in der serbischen Öffentlichkeit stellt der «Sonderfall Srebrenica» noch immer einen Stein des Anstosses dar. Viele sehen darin eine einseitige Interpretation des Krieges. Immerhin ist die öffentliche Leugnung des Massakers selten geworden.
    Im März hatte sich das Parlament in Belgrad dafür entschuldigt, dass Serbien nicht das in seiner Macht Stehende getan habe, um das Verbrechen zu verhindern. In der Nacht auf Sonntag fand in Belgrad auf dem Platz der Republik eine Mahnwache gegen das Vergessen statt. Später klebten Rechtsradikale dann allerdings Plakate an Hauswände, in denen die «Befreiung der serbischen Stadt Srebrenica am 11. Juli 1995» gefeiert wurde.
    In der Republika Srpska, auf deren Territorium Srebrenica liegt, ist der öffentliche Umgang mit Srebrenica weiterhin sehr problematisch. Wohl hatte eine staatliche Kommission 2004 einen Bericht veröffentlicht, in dem von 7800 Opfern die Rede ist. Der damalige Präsident des serbischen Teils von Bosnien sprach darauf von einem schwarzen Flecken in der Geschichte des serbischen Volkes. Nachdem Belgrad sich im März entschuldigt hatte, gab Ministerpräsident Milorad Dodik einen neuen Bericht in Auftrag, von dem eine Relativierung des ersten Berichts erwartet wird. Eine offizielle Abordnung wurde auch dieses Jahr nicht an die Erinnerungsfeier geschickt. Es sind solche grundsätzlichen Differenzen über die jüngste Geschichte des Landes, die ein gesamtbosnisches Wir-Gefühl verunmöglichen. Die Soziologin Azra Hramadzic spricht von einer «leeren Nation».
    [h4]Aufgeklärte Minderheit[/h4]
    Jenseits der grossen Politik hat sich in den letzten Jahren indessen einiges bewegt. Es gibt, auch in Srebrenica selber, Initiativen, die Menschen zusammenbringen, die sich nicht primär als Vertreter ihrer Volksgruppe, sondern als Bürger verstehen. In Belgrad finden seit einigen Jahren die «Tage von Sarajevo» statt, in denen über die Geschichte und die Zukunft Bosniens diskutiert wird. Kritiker beklagen, dass sich an solchen Anlässen vorab Gleichgesinnte träfen. Doch die Existenz dieser aufgeklärten Minderheit ist für künftige Debatten über Jugoslawiens Vergangenheit wichtig. Daneben wirken kulturelle Grossanlässe wie das sommerliche Musikfestival in Novi Sad als Schmelztiegel, in dem sich Jugendliche aus der ganzen Region zwanglos mischen.




    Quelle: Ein Zeichen der Vershnung in Srebrenica (International, NZZ Online)

  2. #2

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    7.890
    Tadic will doch nur Bosnien an Serbien binden, dass ist doch keine Versöhnung.

  3. #3
    Avatar von Hercegovac

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    15.011
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Tadic will doch nur Bosnien an Serbien binden, dass ist doch keine Versöhnung.

    Wie will er denn Bosnien an Serbien binden ? :icon_smile:

  4. #4
    Avatar von Ludjak

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    3.577
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Tadic will doch nur Bosnien an Serbien binden, dass ist doch keine Versöhnung.

  5. #5
    Kelebek
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Tadic will doch nur Bosnien an Serbien binden, dass ist doch keine Versöhnung.
    Und was will Erdogan? Ex Yu an Türkei binden du kranker paranoider Spast?

  6. #6
    Avatar von Zurich

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    18.089
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Tadic will doch nur Bosnien an Serbien binden, dass ist doch keine Versöhnung.
    Zu erst denken (falls überhaupt möglich), dann schreiben.



    PS: Selten so einen Bullshit gelesen.

  7. #7
    Avatar von Hercegovac

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    15.011
    Zitat Zitat von Ludjak Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Und was will Erdogan? Ex Yu an Türkei binden du kranker paranoider Spast?
    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    Zu erst denken (falls überhaupt möglich), dann schreiben.



    PS: Selten so einen Bullshit gelesen.
    Zitat Zitat von HercegSrbadzija Beitrag anzeigen
    Wie will er denn Bosnien an Serbien binden ? :icon_smile:

    Heftiger Diss gegen Gentleman.:icon_smile:

  8. #8

    Registriert seit
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    7.890
    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Und was will Erdogan? Ex Yu an Türkei binden du kranker paranoider Spast?
    Aufjedenfall nicht das gleiche wie Tadic.

    Tadics Anwesenheit ist eine Schändigung der Opfer von Srebrenica.

  9. #9
    CHE_vape
    Zitat Zitat von HercegSrbadzija Beitrag anzeigen
    Wie will er denn Bosnien an Serbien binden ? :icon_smile:

    mit seinen schuhsenkel^^

  10. #10
    Avatar von Novak

    Registriert seit
    28.08.2009
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    2.953
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Aufjedenfall nicht das gleiche wie Tadic.

    Tadics Anwesenheit ist eine Schändigung der Opfer von Srebrenica.
    Oh man...



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