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Zunehmender Antisemitismus in Serbien

Erstellt von Mare-Car, 24.03.2005, 22:25 Uhr · 199 Antworten · 6.866 Aufrufe

  1. #131

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    Bla Bla
    Keine Quelle...............propaganda.

  2. #132
    Avatar von DonMonte

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    Zitat Zitat von drenicaku
    Verharmlosungsversuche der serbischen Regierung

    Nachdem die serbische Polizei einige antisemitische Aktivisten festgenommen hat, erklärte die Regierung die Sache zu einer Angelegenheit "von Wenigen". Wie sich das mit der Systematik und der Breite der antisemitischen Aktionswoche verbinden läßt, darauf blieb die serbische Regierung jegliche Antwort schuldig. Die serbische orthodoxe Kirche distanzierte sich zwar scharf von den antisemitischen Schmierereien, erklärte aber auch ihrerseits die Vorkommnisse zu einem "Randphänomen". Dagegen sprach der in Belgrad lebende jüdische Schriftsteller Pilip David gegenüber dem Radiosender B92: "Die Bücher von Velimirovic haben Einfluß in Serbien und der Klerus fördert seine antijudaistische Bibelinterpretation".
    In Serbien ist die Lage in jeder Beziehung ernst. In Serbien und Montenegro gibt es 3.000 Mitglieder der "Jüdischen Gemeinde". Ihr Vorsitzender Aca Singer befürchtet "schlimmes". Es gibt in Serbien auf der Basis einer am Boden liegenden Ökonomie einen rassistischen Diskurs, der sich gegen Roma richtet, die auf einer Müllhalde in der Nähe von Belgrad hausen, es gibt eine stark ausgeprägte Homophobie, jede Art von Nationalismus und als Krönung des Ganzen Antisemitismus.

    schrieb Aca singer, jude aus serbien.........
    aha........... :wink: :idea:

    Ja und? Auch wenn... es sind keine ANTI Semitischen Bücher, sondern geschichtliche Ereignisse die sich zugetragen haben... oder möchtest Du leugnen, dass es die Zionistischen Protokolle nicht gibt? Oder den jüdischen Talmud? Öffne mal Deine Augen.....
    Aber die Juden passen ins Albanische Konzept.... so gut wie die werdet ihr aber nie...

  3. #133

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    Scheinbar.......................!!!

  4. #134

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    Zitat Zitat von DonMonte
    Zitat Zitat von drenicaku
    Verharmlosungsversuche der serbischen Regierung

    Nachdem die serbische Polizei einige antisemitische Aktivisten festgenommen hat, erklärte die Regierung die Sache zu einer Angelegenheit "von Wenigen". Wie sich das mit der Systematik und der Breite der antisemitischen Aktionswoche verbinden läßt, darauf blieb die serbische Regierung jegliche Antwort schuldig. Die serbische orthodoxe Kirche distanzierte sich zwar scharf von den antisemitischen Schmierereien, erklärte aber auch ihrerseits die Vorkommnisse zu einem "Randphänomen". Dagegen sprach der in Belgrad lebende jüdische Schriftsteller Pilip David gegenüber dem Radiosender B92: "Die Bücher von Velimirovic haben Einfluß in Serbien und der Klerus fördert seine antijudaistische Bibelinterpretation".
    In Serbien ist die Lage in jeder Beziehung ernst. In Serbien und Montenegro gibt es 3.000 Mitglieder der "Jüdischen Gemeinde". Ihr Vorsitzender Aca Singer befürchtet "schlimmes". Es gibt in Serbien auf der Basis einer am Boden liegenden Ökonomie einen rassistischen Diskurs, der sich gegen Roma richtet, die auf einer Müllhalde in der Nähe von Belgrad hausen, es gibt eine stark ausgeprägte Homophobie, jede Art von Nationalismus und als Krönung des Ganzen Antisemitismus.

    schrieb Aca singer, jude aus serbien.........
    aha........... :wink: :idea:

    Ja und? Auch wenn... es sind keine ANTI Semitischen Bücher, sondern geschichtliche Ereignisse die sich zugetragen haben... oder möchtest Du leugnen, dass es die Zionistischen Protokolle nicht gibt? Oder den jüdischen Talmud? Öffne mal Deine Augen.....
    Aber die Juden passen ins Albanische Konzept.... so gut wie die werdet ihr aber nie...
    ich habe ja nicht geschrieben, dass die juden das netteste volk der welt sind.,
    sondern über die aktuellen ereignisse in serbien.
    der faschismus hat nicht aufgehört in serbien, er geht mit tadic, kostunica, seselj, draskovic weiter.
    es sind die nachfolger der politik von Draza und slobo.

  5. #135
    Avatar von DonMonte

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    178
    Zitat Zitat von drenicaku
    Zitat Zitat von DonMonte
    Zitat Zitat von drenicaku
    Verharmlosungsversuche der serbischen Regierung

    Nachdem die serbische Polizei einige antisemitische Aktivisten festgenommen hat, erklärte die Regierung die Sache zu einer Angelegenheit "von Wenigen". Wie sich das mit der Systematik und der Breite der antisemitischen Aktionswoche verbinden läßt, darauf blieb die serbische Regierung jegliche Antwort schuldig. Die serbische orthodoxe Kirche distanzierte sich zwar scharf von den antisemitischen Schmierereien, erklärte aber auch ihrerseits die Vorkommnisse zu einem "Randphänomen". Dagegen sprach der in Belgrad lebende jüdische Schriftsteller Pilip David gegenüber dem Radiosender B92: "Die Bücher von Velimirovic haben Einfluß in Serbien und der Klerus fördert seine antijudaistische Bibelinterpretation".
    In Serbien ist die Lage in jeder Beziehung ernst. In Serbien und Montenegro gibt es 3.000 Mitglieder der "Jüdischen Gemeinde". Ihr Vorsitzender Aca Singer befürchtet "schlimmes". Es gibt in Serbien auf der Basis einer am Boden liegenden Ökonomie einen rassistischen Diskurs, der sich gegen Roma richtet, die auf einer Müllhalde in der Nähe von Belgrad hausen, es gibt eine stark ausgeprägte Homophobie, jede Art von Nationalismus und als Krönung des Ganzen Antisemitismus.

    schrieb Aca singer, jude aus serbien.........
    aha........... :wink: :idea:

    Ja und? Auch wenn... es sind keine ANTI Semitischen Bücher, sondern geschichtliche Ereignisse die sich zugetragen haben... oder möchtest Du leugnen, dass es die Zionistischen Protokolle nicht gibt? Oder den jüdischen Talmud? Öffne mal Deine Augen.....
    Aber die Juden passen ins Albanische Konzept.... so gut wie die werdet ihr aber nie...
    ich habe ja nicht geschrieben, dass die juden das netteste volk der welt sind.,
    sondern über die aktuellen ereignisse in serbien.
    der faschismus hat nicht aufgehört in serbien, er geht mit tadic, kostunica, seselj, draskovic weiter.
    es sind die nachfolger der politik von Draza und slobo.
    Blicke mal nach Holland, Frankreich, USA... etc... und reden wir dann weiter...

  6. #136

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    Tadic und Faschist hahahahahahahahahahahhahahahahahahahahahahaha

    Ok.
    Noch mal von vorne: In Serbien hat keiner was gegen Juden!

  7. #137
    Avatar von DonMonte

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    Zitat Zitat von LaLa
    Tadic und Faschist hahahahahahahahahahahhahahahahahahahahahahaha

    Ok.
    Noch mal von vorne: In Serbien hat keiner was gegen Juden!
    Politisch gesehen :!:

  8. #138
    Mare-Car
    Rasim Ljajić, Muslim aus dem gebirgigen Sandžak zwischen Serbien und Montenegro, ist Minister für Menschen- und Minderheitenrechte im neuen „Staatenbund Serbien-Montenegro“ (SCG). In dieser Funktion trug er im Januar 2004 einen heftigen Streit mit Jules Leré, Vize-Chef der Beobachtermission des Europarats in Belgrad, aus. Der Europarat hatte nämlich „ein Anwachsen des Antisemitismus in Serbien“ festgestellt, und das wies Ljajić, hierbei von Vertretern des „Verbands jüdischer Gemeinden in Serbien und Montenegro“ (Savez jevrejskih opština Srbije i Crne Gore) vollauf unterstützt, empört ab. Andererseits soll, so ein Bericht der Wochenzeitung „Dani“ (Sarajevo) vom August 2001, im April 2001 Vojislav Koštunica, Präsident der (damaligen) „Bundesrepublik Jugoslawien“, die Synagoge in Belgrad besucht und dort um „Verzeihung für alles, was das serbische Volk den Juden in der Vergangenheit angetan hat“, gebeten haben. Das wiederum spräche für einen (zumindest historischen) serbischen Antisemitismus – wenn es wahr wäre. Koštunica ist in der Synagoge gewesen, aber weder hat er eine solche Bitte um Verzeihung ausgesprochen, noch haben ihn die Juden in Serbien um eine solche ersucht. Sie sahen absolut keinen Anlaß dafür.

    Also, wer wirds besser Wissen, der Minister für Minderheitenschutz und Minderheitenrechte, welcher selber einer Minderheit angehört, und die Vereinigung der Jüdischen Gemeinden in Serbien, also die Juden selber. Oder, irgendwelche Albanischen etc. Quellen? 8)


    http://www.shoa.de/content/view/218/230/

  9. #139

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    Hvala ti Mare!

  10. #140

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    „Leider gibt es auch in Serbien Antisemitismus“

    Anmerkungen zu einem Interview mit Aleksander Lebl
    „Leider gibt es auch in Serbien Antisemitismus“

    Die „Jüdische Zeitung“ erscheint monatlich in Deutschland, sie leistet einiges in ihrer Berichterstattung um Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen. Dabei hat das sehr interessante Blatt nicht nur Deutschland im Visier, sondern vor allem auch die Staaten in Ost- und Südosteuropa. In der aktuellen Januarausgabe der Zeitung ist ein sehr wichtiges Gespräch mit Aleksander Lebl, Vorstandsmitglied der „Jüdischen Gemeinschaft Serbiens und Montenegros“ abgedruckt. Das Gespräch ist mit der Aussage überschrieben: „Leider gibt es auch in Serbien Antisemitismus“. Direkt wird damit dem alten Belgrader Ammenmärchen widersprochen, dass der Antisemitismus eine „Spezialität“ von anderen Nationen sei. Der Antisemitismus ist in Serbien nicht neu, sondern ein altes Phänomen. Im Jahr 1941 zählte die jüdische Gemeinschaft in Beograd 11.870 Mitglieder. Davon wurden durch die deutschen Faschisten mit Hilfe ihrer serbischen Helfer 10.500 getötet. Im Frühjahr 1942 konnte der deutsche SD-Beauftragte für Serbien an das Reichssicherheitshauptamt in Berlin melden: „Serbien ist judenfrei“. Ohne massenhafte Kollaboration durch das von dem Nedic Regime geleitete Quisling Regime, wäre dies damals nicht möglich gewesen. Gegenwärtig erlebt der serbische Antisemitismus zusammen mit dem antialbanischen Chauvinismus eine neuerliche Renaissance.


    Aktueller Antisemitismus in Serbien

    Graffitis - „Jüdische Parasiten raus aus Serbien“-, neonazistische Organisationen wie - „Nationale Ordnung“-, Buchpublikationen mit Titeln wie - „Jüdische Verschwörung gegen Serbien“- oder - „Warum ich Adolf Hitler bewundere“- und ähnliches mehr findet sich allerorten in Serbien. Natürlich darf die Hetzschrift „Die Protokolle der Weisen von Zion“ nicht fehlen. Das historisch antisemitische Produkt der alten zaristischen Geheimpolizei Ochrana, ist in Belgrader Buchläden ein gefragtes Markenprodukt. Antisemitische Literatur wird bei allen Kundgebungen der serbischen Rechten, speziell bei der „Serbischen Radikalen Partei“ SRS angeboten. Der kurzzeitige serbische Philosemitismus aus den neunziger Jahren, ist weitgehend dem Antisemitismus gewichen. In den neunziger Jahren, als serbische Faschisten Massaker in Kroatien, Bosnien und Kosova veranstalteten, besaß der serbische Chauvinismus gleichzeitig die Unverfrorenheit, „sein Schicksal mit dem der Juden“ gleichzusetzen. Nachdem im Jahr 1999 Kosova geräumt werden mußte, wurde die Niederlage nicht mit dem albanischen Kampf verbunden (das widerspricht der chauvinistischen Überheblichkeit in Serbien), sondern es wurde nach gebürtigen Juden in der US-Administration gefahndet. Die Schlagworte: „Die Juden haben uns verraten“ und die „jüdische Verschwörung gegen Serbien“ machten die Runde. Auf der Basis des antialbanischen Rassismus und dem Amselfeld Mythos wurde die perfideste und umfassendste Form von Rassismus, der Antisemitismus in Serbien reaktiviert. Wie er sich konkret in Serbien ausdrückt, erklärt das Interview mit Aleksander Lebl in der „Jüdischen Zeitung ausgezeichnet.


    Auszüge aus dem Interview

    Zur eigenen Person erklärt Aleksander Lebl: „Ich bin als Jude dem Holocaust entkommen, weil ich rechtzeitig aus Beograd in die italienische Besatzungszone des okkupierten Jugoslawien geflohen bin, nach Dalmatien. Später war ich im „Jüdischen Batallion der Partisanen.“

    Zum aktuellem Antisemitismus in Serbien und Montenegro stellt Lebl fest: „Wir beobachten alle Erscheinungsformen des Antisemitismus, also ganz praktisch Graffitis, Vandalismus gegen jüdische Friedhöfe und Gedenktafeln beispielsweise die Zerstörung des Denkmals in Novi Sad an der Donau, wo die Ungarn Anfang 1942 rund 800 Juden, Serben und andere erschlugen und sie unter das Eis des Flusses warfen. Wir beobachten Artikel und Sendungen in den Medien, auch Publikationen und Bücher mit antisemitischem Inhalt - und davon gibt es genug. Alles gibt es, was den klassischen Antisemitismus ausmacht, physische Gewalt ist bislang noch ausgenommen.“

    Über die Reaktion des serbischen Staates auf den Antisemitismus zeigte sich Lebl sehr enttäuscht. Er sagte in dem Interview, dass dagegen „fast nichts unternommen wird“. Lebl formulierte: „Wir haben eine Ausweitung der Strafgesetze verlangt, auch gegen den Hitlerkult, sind aber damit nicht durchgekommen“.

    Aleksander Lebl erzählte in dem Gespräch wie serbische Nazis die Adressen von jüdischen Bürgern im Internet bekannt geben und an öffentlichen Tafeln und Häuserwänden die Namen „von Juden schreiben würden“. Oftmals nennen sich die serbischen Faschisten „Rassionalisten“ um den Zusammenhang zwischen Rassismus und Nationalismus schon im Namen deutlich zu machen.


    Resümee

    Gegenwärtig gibt es in Serbien und Montenegro insgesamt zwischen 1.500 und 2.000 Juden. Der serbische Chauvinismus stellt eine konkrete Bedrohung für diese Menschen dar. Seine Basis ist wilder Nationalismus, verbunden mit sozialer Demagogie. Der serbische Chauvinist ist antialbanischer Rassist, aber die Niederlagen des serbischen Nationalismus will er in seiner Überheblichkeit nicht auf die „minderwertigen Albaner“ zurückführen. Ergo benötigt er den umfassenden antisemitischen Wahn um sein krudes Gleichgewicht zu bewahren.



    ---------------------------------------------------------------------------------

    Serbische Faschisten im Kampf gegen Juden und Jüdinnen
    Antisemitische Welle in Serbien

    Enver Robelli schrieb am 7.4.05 einen Artikel in der kosovarischen Tageszeitung Koha Ditore unter der Überschrift: „Die serbischen Nationalisten führen einen neuen Krieg, diesmal gegen die Juden“. Der Artikel von Robelli beschreibt tatsächliche antisemitische Vorkommnisse in Serbien. Vor allem in der letzten Woche erreichten die Aktionen serbischer Nationalisten einen gewissen Höhepunkt.


    Der Buchmarkt in Serbien

    Auch in Serbien erschien Hitlers „Mein Kampf“. Das Pamphlet Hitlers scheint genau wie in der Türkei ein Renner im Buchhandel zu werden. Gleichzeitig werden immer stärker antisemitische Hetzschriften von serbischen Autoren angeboten. Darunter findet man Titel wie: „Das jüdische Komplott“, „Jüdische Ritualmorde“ und ähnliches. Bereits 1994 publizierte das Parteiorgan der „Serbischen Radikalen Partei“ (Großserbien) als Beilage die antisemitische Hetzschrift „Die Protokolle der Weisen von Zion“. Ein gefragter Autor ist der 1956 in den USA verstorbene antisemitische Bischof Nikolaj Velimirovic, ein christlicher Fundamentalist, der mit „biblischen Zitaten“ Antisemitismus und Antijudaismus verbreitete. Die Gebeine des Bischofs wurden 1991 nach Belgrad überführt, wo er vom Klerus der serbisch orthodoxen Kirche heilig gesprochen wurde. Velimirovic führt in seinen Schriften „die Demokratie, Streiks, Kommunismus und Pazifismus auf „die Juden zurück“. Seit 1991 gibt es einen kontinuierlich stärker werdenden Kult um den Bischof und die Kirche tut alles um sein Gedankengut im Religionsunterricht und in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Bekanntlich beginnt die Gefahr und letztendlich der Mord mit Worten. In der letzten Woche gab es in vielen Städten Serbiens nazistische Schmierereien sowie Plakatklebeaktionen mit antisemitische Parolen.


    Aktionen gegen die Buchhandlung „Danilo Kish“

    Mitten in Belgrad liegt die Buchhandlung „Danilo Kish“. Die Buchhandlung wurde mit Hitlerbildern zugeklebt. Danilo Kish war ein bekannter serbisch jüdischer Schriftsteller, der 1989 verstarb. Kish wandte sich in all seinen Romanen gegen jede Art von Antisemitismus und dabei selbstverständlich gegen alle Formen von Rassismus und Chauvinismus. In seinen letzten Lebensjahren attackierte Kish besonders den aufkommenden serbischen Nationalismus und sah in ihm eine Gefahr für den Zusammenhalt Jugoslawiens. Ab den neunziger Jahren war der international geachtete Autor kein Thema mehr im serbischen Verlagswesen. Statt dessen wurden aktuelle und ältere Autoren auf den Buchmarkt geworfen, die im Holzfällerstil von Großserbien und der Schlacht auf dem Amselfeld (in Kosova 1389) berichteten. Während der neunziger Jahre gab es in Serbien einen starken widerwärtigen Philosemitismus. In diesem Zusammenhang versuchte die „großserbische Propaganda“ Danilo Kish zu instrumentalisieren. Trotz der Massaker, die Tschetnikbanden und serbisches Militär in Bosnien und Kosova verübten, verglich die serbische Propaganda das Schicksal der Serben mit dem Schicksal der Juden. Nach dem NATO Angriff auf Jugoslawien im Jahr 1999, schlug der Philosemitismus in Antisemitismus um. Parolen machten die Runde wie: „Die Juden haben uns verraten“. Dabei wurde auf die Abstammung verschiedener Mitglieder der damaligen US-Regierung verwiesen. Führend in diesem Propagandazirkus war die „Serbische Radikale Partei“, die einst mit Milosevic paktierte und spätestens seit 1997 zum Netzwerk der europäischen Rechten gehört. Die „Serbische Radikale Partei“ hat brüderliche Beziehungen zu Le Pen in Frankreich und zu Schirinowski in Rußland. Der aktuelle Medienberater der NPD, Franz Schönhuber, wurde in einem Stadtteil Belgrads, der von den „ Radikalen“ beherrscht wird, zum Ehrenbürger ernannt. Im serbischen Parlament stellt die „Serbische Radikale Partei“ die stärkste Fraktion. Gestützt auf diese legale Basis geht nun der aktivistisch antisemitische Mob zur Vorbereitung von Pogromen über. Die Aktion gegen die Buchhandlung Danilo Kish war eine gezielte Aktion, aber auch ganze Straßenzüge in verschiedenen Städten Serbiens waren mit antisemitischen Parolen in der letzten Woche verunstaltet. Auf Plakaten war zu lesen: „Jüdische Parasiten raus aus Serbien“ oder „Wir wollen Freiheit und keine jüdische Herrschaft“. Die systematische flächendeckende Aktion zeugt von Organisation und Planung.


    Verharmlosungsversuche der serbischen Regierung

    Nachdem die serbische Polizei einige antisemitische Aktivisten festgenommen hat, erklärte die Regierung die Sache zu einer Angelegenheit „von Wenigen“. Wie sich das mit der Systematik und der Breite der antisemitischen Aktionswoche verbinden läßt, darauf blieb die serbische Regierung jegliche Antwort schuldig. Die serbische orthodoxe Kirche distanzierte sich zwar scharf von den antisemitischen Schmierereien, erklärte aber auch ihrerseits die Vorkommnisse zu einem „Randphänomen“. Dagegen sprach der in Belgrad lebende jüdische Schriftsteller Pilip David gegenüber dem Radiosender B92: „Die Bücher von Velimirovic haben Einfluß in Serbien und der Klerus fördert seine antijudaistische Bibelinterpretation“. In Serbien ist die Lage in jeder Beziehung ernst. In Serbien und Montenegro gibt es 3.000 Mitglieder der „Jüdischen Gemeinde“. Ihr Vorsitzender Aca Singer befürchtet „schlimmes“. Es gibt in Serbien auf der Basis einer am Boden liegenden Ökonomie einen rassistischen Diskurs, der sich gegen Roma richtet, die auf einer Müllhalde in der Nähe von Belgrad hausen, es gibt eine stark ausgeprägte Homophobie, jede Art von Nationalismus und als Krönung des Ganzen Antisemitismus. Der Antisemitismus muß sich den serbischen Faschisten aufdrängen, denn ihr Chauvinismus gegenüber den Albanern war von Hochmut und Arroganz geprägt. Niemand käme aber auf die Idee, von einer Verschwörung der Weisen von Tirana zu sprechen. Besondere Macht und Kraft gesteht der Antisemit bekanntlich den Juden zu, deshalb müssen die serbischen Faschisten ihre Niederlagen mit der jüdischen und nicht mit der albanischen Weltverschwörung erkläre.

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