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Jeder kann zurückkehren - Interview mit dem kroatischen Präsidenten

Erstellt von Cobra, 19.03.2011, 20:37 Uhr · 12 Antworten · 1.296 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
    08.06.2009
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    64.180

    Jeder kann zurückkehren - Interview mit dem kroatischen Präsidenten

    "Jeder kann zurückkehren"

    Datum: 10 | 7 | 2010

    15 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica kommen sich die Volksgruppen auf dem Balkan langsam näher. Ein Schrittmacher ist der neue kroatische Staatschef: Josipovic im FR-Interview.
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    Ivo Josipovic, 52, ist seit gut einem halben Jahr Präsident von Kroatien. Seine Ideen mögen nicht alle.

    Herr Josipovic, was soll das Ergebnis der Versöhnung zwischen den früheren Kriegsparteien sein? Eine gemeinsame Sicht der jüngsten Geschichte?

    Nicht unbedingt. Auch zwischen Deutschland und Frankreich gibt es ja noch immer unterschiedliche Sichtweisen. Erreichen können wir aber gegenseitigen Respekt vor diesen Sichtweisen sowie, bis zu einem gewissen Grade, die Objektivierung von Tatsachen. Was die Interpretation unserer Geschichte betrifft, wird es - zum Beispiel in Bosnien-Herzegowina - bei Serben, Kroaten und Bosniaken wohl nie eine ganz einheitliche Sicht geben.


    Warum dann darüber reden?

    Um Vertrauen zu bilden. Zum Vertrauen gehört nicht nur, dass man Konflikte dort, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt schwach entwickelt ist, ausklammert. Man braucht vielmehr ein Minimum an Einverständnis über die Tatsachen, um solchen sozialen Zusammenhalt erst zu stiften. Erst das Einverständnis darüber, was war, ermöglicht die Einigung über das, was einmal werden soll.



    Ist die Zeit reif zum Beispiel für eine kroatisch-serbische Schulbuchkommission?

    Die brauchen wir nicht. Man muss nichts gewaltsam vereinheitlichen. Wenn wir als Gesellschaften reif sind für die Wahrheit, dann werden die Ergebnisse sich ähneln - zum Beispiel, wenn in Serbien die Rolle von Slobodan Milosevic klar gesehen wird.



    Wird man Einverständnis darüber herstellen können, dass das Auseinanderfallen Jugoslawiens unausweichlich war?

    Das ist nicht wichtig. Jugoslawien ist eben auseinandergefallen. Die meisten werden denken, dass es nicht ging und dass es normal war, Nationalstaaten zu bilden.



    Aber von der Antwort hängt zum Beispiel ab, wer heute ein Held des neuen Kroatiens ist: einer, der sich für Toleranz eingesetzt hat, oder der, der seinen Nachbarn vertrieben hat.

    Nein. Kroatien hat einen Verteidigungskrieg geführt. Ganz unabhängig von der Staatlichkeit ging es da erst einmal um die Existenz. Diejenigen, die in diesem Krieg verbrecherische Mittel angewendet haben, haben Kroatien keinen Gefallen getan. Heute verurteilen wir Kroaten, die Verbrechen an Serben begangen haben. Das ist Teil einer historischen Katharsis.



    Sie zitieren die Erklärung des Parlaments von vor zehn Jahren, wo es heißt, Kroatien habe einen "legitimen und gerechten Verteidigungs- und Befreiungskrieg" geführt. Gilt das immer noch?

    Ja. Es ist offensichtlich so gewesen, wie es dort steht. Nicht kroatische Panzer waren im Ausland, sondern ausländische Panzer sind nach Kroatien gekommen.



    Ihr Amtsvorgänger Franjo Tudjman hat die künftigen kroatisch-serbischen Beziehungen mit der deutsch-französischen Freundschaft verglichen


    ein guter Vergleich.



    Bloß hat Tudjman den 1995 gezogen, also noch vor dem großen Exodus der Serben aus Kroatien. Offenbar waren klare ethnische Verhältnisse für ihn wohl die Voraussetzung für Versöhnung.

    Diese Einschätzung teile ich nicht. Das, was Sie Exodus nennen, hat ja zwei Seiten. Die Historiker werden zu entscheiden haben, was Folge von Kriegshandlungen und was dabei Folge eines Plans der einen wie der anderen Seite war. Einigkeit herrscht jedenfalls, dass jeder heute das Recht hat, zurückzukehren und sein Eigentum wieder in Besitz zu nehmen.



    Bei Ihrem Treffen mit Serbiens Präsident Boris Tadic haben Sie vorgeschlagen, die Klagen beider Staaten gegeneinander zurückzuziehen

    Da müssen wir sehr präzise sein: Wir haben festgestellt, dass die Probleme sich mit einer Absprache leichter lösen lassen als mit einer Klage. Wenn wir die Ziele der Klage, nämlich Forschung nach dem Schicksal der Verschwundenen, dem Verbleib von Gütern und der Verantwortung für Verbrechen, auch auf andere Weise erreichen können, warum dann Zeit darauf verschwenden?



    Bestrafen wird der Gerichtshof ohnehin niemanden.

    Nein. Er entscheidet über das, was man ihn fragt: War es Völkermord oder nicht? Und wenn ja, ist Serbien verantwortlich dafür? Völkermord ist aber eine sehr enge Kategorie. Was Bosnien betrifft, hat der Gerichtshof von den vielen Verbrechen, die dort begangen wurden, nur das Massaker von Srebrenica als Völkermord anerkannt.



    Sie haben Ihr "tiefes Bedauern" über die Rolle Kroatiens im bosnischen Krieg ausgedrückt. Das Echo in Zagreb war: Es gibt keinen Grund für eine Entschuldigung. War das denn eine?

    Es war eben Bedauern. Die kroatische Politik hat an dem Schlimmen, das Bosnien widerfahren ist, teilgehabt. Umfragen sagen mir, dass ich für diese Aussage im Volk große Zustimmung habe.

  2. #2

    Registriert seit
    21.01.2011
    Beiträge
    680
    Trotzdem gibt es Misstrauen und darum wird es nie wieder so wie früher.

  3. #3

    Registriert seit
    16.01.2009
    Beiträge
    17.122
    1) Quelle

    2) Grundsätzlich in Ordnung, aber erst nach Aufarbeitung der Ereignisse ist eine Freundschaft möglich. Dazu gehört auch mal, dass Oluja nicht jedes Jahr gefeiert wird und damit die Vertreibung von hunderttausenden Serben.

  4. #4
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    19.294
    Zitat Zitat von Idemo Beitrag anzeigen
    1) Quelle

    2) Grundsätzlich in Ordnung, aber erst nach Aufarbeitung der Ereignisse ist eine Freundschaft möglich. Dazu gehört auch mal, dass Oluja nicht jedes Jahr gefeiert wird und damit die Vertreibung von hunderttausenden Serben.
    Wenn ich mit der (Original)Quelle aushelfen darf:

    Jugoslawien-Krieg: "Jeder kann zurückkehren" | Politik - Frankfurter Rundschau

  5. #5
    Grasdackel
    Jeder kann zurückkehren
    Und ich dachte schon das wird ein FREE ZMAJ Thread.

  6. #6
    Cvrcak
    Wichtig ist, das Purda wieder zurueck gekehrt ist.

  7. #7
    kenozoik
    Zitat Zitat von Idemo Beitrag anzeigen
    1) Quelle

    2) Grundsätzlich in Ordnung, aber erst nach Aufarbeitung der Ereignisse ist eine Freundschaft möglich. Dazu gehört auch mal, dass Oluja nicht jedes Jahr gefeiert wird und damit die Vertreibung von hunderttausenden Serben.
    nek si nan ti reka... aj, necemo vise, casna pionirska!

  8. #8

    Registriert seit
    16.01.2009
    Beiträge
    17.122
    Zitat Zitat von batakanda Beitrag anzeigen
    nek si nan ti reka... aj, necemo vise, casna pionirska!
    Schreib mal normal und kein Bauern-dalmatinisch.

  9. #9
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
    08.06.2009
    Beiträge
    64.180
    Zitat Zitat von batakanda Beitrag anzeigen
    nek si nan ti reka... aj, necemo vise, casna pionirska!

  10. #10
    Cvrcak
    Zitat Zitat von Cilivri Beitrag anzeigen
    Trotzdem gibt es Misstrauen und darum wird es nie wieder so wie früher.
    Und deshalb soll er sich um Kroatien kuemmern und danach kann er nach Serbien reisen soviel er will bzw. dort Asyl beantragen.

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